Diesmal konnte die vom Klinikum Starnberg  und dem Landkreis beantragte Interimslösung (bis 2020) für die Schaffung von 203 neuen Parkplätzen östlich der Zeppelinpromenade noch nicht mit dem gemeindlichen Einvernehmen versehen werden. Der Bauausschuss des Stadtrates ließ in seiner Beratung aber ebenso wie Bürgermeisterin Eva John und Stadtbaumeister Stephan Weinl keinen Zweifel daran, dass man willens ist, gemeinsam mit den Beteiligten eine genehmigungsfähige Lösung zu suchen und dann auf den Weg zu bringen. Laut John haben Stadt und Landratsamt „keinen Zielkonflikt“. Hintergrund der Planungen ist der Umstand, dass das Parkdeck der Klinik (147 Plätze) und der Ärztehäuser am nordöstlichen Beginn der Oßwaldstraße wegen Schäden erneuert werden muss. Dabei soll voraussichtlich gleich ein richtiges Parkhaus entstehen, damit die Parkplatznot rund um das Klinikum gelindert wird. Während der frühestens 2018 geplanten Abbruch- und dann folgenden Neubauarbeiten werden Ersatzparkflächen benötigt. Als ersten Schritt hat man sich nun darauf verständigt, einen Bebauungsplan aufzustellen. Andere rechtlich unangreifbare Wege zur Genehmigung scheiden aus.

Planungsumgriff ist die heute schon von Klinikmitarbeitern genutzte Parkfläche an der Ecke Oßwaldstraße/Zeppelinpromenade und das zwischen dieser Fläche und dem Schwesternwohnheim liegende Grundstück. Beide sollen zeitlich befristet planungsrechtlich für Stellplätze gesichert werden. Teil der Vorgaben sind nach dem einstimmigen Beschluss des Bauausschusses Festsetzungen zum Erhalt vorhandener Gehölzstrukturen, zur angemessenen Begrünung der neuen Anlage und Einrichtungen, die den Lärmschutz gegenüber der umgebenden Wohnbebauung sowie des Schwesternwohnheims gewährleisten. Die Kosten der Bauleitplanung trägt das Klinikum. Diese und andere Fragen werden in einem städtebaulichen Vertrag zwischen Bauherr und Stadt geregelt. Zugleich hat der Bauausschuss dem Rathaus den Auftrag erteilt, schon vorhandene Planunterlagen zu einer Umgestaltung der Oßwaldstraße und neue Planungsvorschläge dazu zusammenzustellen und dem Ausschuss zur Beratung vorzulegen. Hier ist Hintergrund, dass sich die Stadt schon vor Jahren Gedanken gemacht hat, die besonders durch parkende Autos und Parksuchverkehr, aber auch den dort fahrenden Bus  beeinträchtigte Straße für Anwohner, Klinikbesucher und sonstige Nutzer, aber auch für Radfahrer und Fußgänger angenehmer zu machen.

Auch wenn der Parkplatz mit 150 Stellplätzen am Eck Oßwaldstraße/Zeppelinpromenade tagtäglich genutzt wird – genehmigt ist er nicht. Nur 111 Stellplätze waren bis 2003 abgesegnet gewesen. Seither gebe es keine bestandskräftige Baugenehmigung mehr dafür, erläuterte Nicola Gotthardt-de Caluwé vom Bauamt der Stadt im Ausschuss. In der Vergangenheit hatte der Landkreis die Fläche auch schon einmal für Wohnbebauung vorgesehen. Das Projekt war aber nicht weiter verfolgt worden. Gotthardt-de Caluwé betonte den Schutzanspruch der hochwertigen Wohngebiete ( Prinz-Karl-Straße und Max-Josefs-Höhe) rund um den Parkplatz in Sachen Lärm, vor dem auch das Schwesternwohnheim und die Fünfseenschule geschützt werden müsse. „Außerdem spitzten die neuen Parkplätze die Verkehrslage in der Oßwaldstraße weiter zu, weil der Verkehr noch weiter in die Straße herein gezogen werde. Zahlreiche Stadträte unkten zudem: „Interimslösungen halten sich meist erstaunlich lange.“ Während Angelika Kammerl (DPF) sagte, es sei ausreichend, das Parken auf der Oßwaldstraße mit Halteverboten zu regeln, ansonsten solle dort besser nichts umgebaut werden, und auch Patrick Janik (UWG) dieses Thema lieber „abtrennen“ wollte, freute sich Ludwig Jägerhuber (CSU): „Ich bin heilfroh, dass die Straße wieder Thema wird.“. Klaus Huber (WPS) appellierte an alle Beteiligten, „alles zu tun, dass sich die Parkplatzsituation für das Klinikum deutlich und rasch verbessert.“ Damit war ihm der Beifall aller Ausschussmitglieder sicher.