Bündnis 90/Die Grünen, insbesondere deren Stadtrat Franz Sengl, waren der Ansicht, in der Nähe von Gewässern oder an grundwassernahen Flächen werde vom städtischen Winterdienst zu viel Streusalz ausgebracht. „Eine persönliche Beobachtung von mir, besonders in der Mozartstraße“, begründete Sengl im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität den Antrag seiner Fraktion, zu prüfen, ob die Salzmenge pro Quadratmeter reduziert werden könne. Auch drei Bürger hätten sich mit vergleichbaren Beobachtungen an ihn gewandt. Deshalb hatte seine Fraktion umfangreiche Erhebungen über die Länge des städtischen Straßennetzes, die verwendete Streusalzmenge und Aufzeichnungen zum Wetter an winterdienstintensiven Tagen erbeten.

Betriebshofleiter Peter Mayer erläuterte, wie seine Leute bei Frost oder Schneefall vorgehen: „Wir fahren nicht willkürlich raus. Ein Straßensensor alarmiert bei Bedarf die Fahrer. Das ist modernste Technik. Wir streuen wo es nach der der Stadt obliegenden Verkehrssicherungspflicht nötig ist und archivieren auch den täglich erhaltenen ausführlichen Wetterbericht.“ Mayer hatte Zahlen parat: Auf den insgesamt 180 Kilometern stadteigenen Straßen seien im Winter 2014/15  704 Tonnen, 15/16  781 Tonnen und 16/17  973 Tonnen Streusalz ausgebracht worden. Die Streugeräte seien so eingestellt, dass etwa acht Gramm Salz pro Quadratmeter gestreut werden, was auch in anderen Kommunen zum besten Ergebnis geführt habe. Mayer zeigte ein kleines Schüsselchen. „Mehr ist es nicht“, sagte er. Lediglich an Steigungen wie dem Hanfelder Berg könne es vorkommen, dass bei Dauerschneefall und viel Verkehr, der den Schnee festfahre, die Menge erhöht werden müsse, um die Straße frei zu bekommen. Wolle man statt Salz Riesel streuen, würden viel größere Mengen benötigt. Riesel habe aber den Nachteil einer hohen Feinstaubentwicklung, der bis zu zehn mal höheren Kosten und sammele sich schnell an den Fahrbahnrändern. Riesel statt Salz lehnte aber auch Sengl ab: „Kommt wegen der schlechten Ökobilanz nicht in Frage.“ Ihm ging es vor allem um den Bereich des Maisinger Baches an der Brücke der Mozartstraße. Die Streufahrzeuge drehten hier um und schalteten die Streuung nicht aus, war seine Beobachtung. Mayer versicherte, die Fahrzeuge seien technisch so ausgestattet, dass bei einem Stopp automatisch der Salzstreuer ausschalte.

WPS-Stadtrat Klaus Huber fand, der Antrag sei ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Rathausverwaltung. „Wir sollten den Mitarbeitern des Betriebshofes eher danken.“ Anton Summer (BMS) äußerte sich „sehr zufrieden“ mit dem Räum- und Streudienst und bat, nichts zurückzudrehen.

Einstimmig beschlossen wurde am Ende, die bisherige Organisation und Konzeption des Winterdienstes der Stadt beizubehalten. Die Verwaltung wurde gebeten, zum Schutz von Oberflächengewässern und grundwassernahen Flächen auf eine besonders sorgfältige Ausführung des Winterdienstes zu achten.