Angesichts von Interviews, Aussagen und mehr, die aus Sicht von Ortsverband und Fraktion der FDP an „Fake-News“ grenzen, betonen die örtlichen Liberalen nochmals ihre Standpunkte zur Entwicklung rund um den Starnberger Seebahnhof und sagen erneut „Nein zur Gleisverlegung“, die der alte Vertrag  zwischen Stadt und Bahn AG vorsah. Inzwischen haben sich die Vertragspartner wie berichtet auf ein Mediationsverfahren geeinigt, bei dem es bald schon konkreter werden könnte.

Die FDP widerspricht allen Aussagen, es blieben der Stadt nur die Möglichkeiten den alten Bahnvertrag von 1987 umzusetzen oder den jetzigen Zustand des Seebahnhofes für alle Zeit zu akzeptieren. Tatsächlich gehe es jedoch vielmehr um die Frage, ob an der heutigen Lage der Gleise etwas verändert werden soll, denn die Grundlagen, die für den Bahnvertrag gegolten hätten, seien heute verändert: Statt fünf gebe es nur noch vier Gleise, keine Güter-, Verschiebe- und zugehörige Abstellgleise mehr, statt 50 Züge pro Tag führen heute 280. Dank Schienenbonus seien früher keine Lärmschutzwände nötig gewesen. Weil der Bonus aber aktuell weggefallen sei, müsse man befürchten, dass solche Wände nun gefordert würden. Die Gleisverlegung an sich ändere auch nichts an der Tatsache, dass die Schienen eine Barriere zwischen Stadt  und See blieben. „Wo ist da die Verbesserung?“ fragen die FDP-Vertreter und zählen andere Behauptungen auf, die aus ihrer Sicht jeder sachlichen Grundlage entbehren: Auch bei Einhaltung der Vertragsvorgaben für die Gleisverlegung bekäme die Stadt die von der Bahn dann entbehrlichen Grundstücke auf Stadt- und Seeseite nicht umsonst. Sie müsse ja Gleise und Bahn-Haltepunkt neu bauen und allein bezahlen (60 bis 70 Millionen Euro), was umgerechnet einen „exorbitanten Quadratmeterpreis“ ergebe. Im Gegensatz zu früher sei die Bahn heute vom Bund verpflichtet, entbehrliche Grundstücke zu verkaufen. Also könne auch die Stadt sie erwerben oder pachten, wenn sie entsprechend verhandele. Dass in der neu gebauten Hamburger Hafencity 40 bis 50 Zentimeter hohe Lärmschutzwände an den Bahngleisen ausreichten, sei nicht vergleichbar, weil in Starnberg kein komplett neuer Stadtteil entstehe. Hier hätten die Anwohner aber genauso einen Rechtsanspruch auf wirksamen Lärmschutz, wenn die Gleistrasse neu verlegt werde. Nur wenn die Gleisradien unverändert blieben, könne man in Starnberg die Hoffnung haben, dass die Bahn nicht mit 80 statt der heutigen 60 Kilometer pro Stunde durchfahren wird. Im Übrigen habe nicht die Bahn die Gleisverlegung gefordert, sondern diese sei Ausfluss einer Idee von UWG-Stadtrat Otto Gaßner und Mitstreitern. Er habe den Vertrag mit der Bahn abgefasst. Die Idee habe er urheberrechtlich sichern lassen. Falsch sei auch „das immer wieder neu inszenierte Horrorszenario“, dass die Bahn auf ihren Flächen rund um den Seebahnhof bauen könne, was sie wolle. Da gehe es nur um betrieblich zwingende Einrichtungen, wie ein elektronisches Stellwerk, welches aber bereits vor zehn Jahren neben dem Gaßner-Hochhaus an der Münchner Straße gebaut worden sei. Die hohen Umbaukosten, die wie bei Infrastrukturprojekten oft erlebt, auch noch überschritten werden könnten, ließen befürchten, dass die Stadt handlungsunfähig werde, das heißt kein Geld mehr für Sanierungen, Neubauten von Gebäuden, Straßen, Plätzen und Wegen sowie für soziale Projekte zur Verfügung habe. Das sei dann als „unerträglich“ zu beurteilen.

Für das beginnende Mediationsverfahren erinnern die Liberalen daran, dass die Bürger „ihre Stadt am See noch wiedererkennen“ wollen, ihnen der Erhalt des historischen Erbes für die Identifikation mit Starnberg wichtig sei. „Mit behutsamen Eingriffen und hochwertiger Gestaltung an Bahnhofs-Platz und Promenade kann der alte Glanz Starnbergs neu entstehen“, heißt es in der Presseerklärung. Darin wird nochmals versichert, man könne heute schon vom Bahnhofsplatz aus den See sehen, noch besser natürlich, würden Bäume und Büsche ausgelichtet. Um die „Rumpelbuden“ rechts und links des Bahnhofs zu beseitigen, bedürfe es einer klaren Antwort des Stadtrates, ob wirklich nur die Gleisverlegung soviel Mehrwert bringe. Man solle sich auf das Machbare konzentrieren: Wichtige Grundstücke von der Bahn erwerben oder pachten, damit die Buden abgerissen und das historische Bahnhofsensemble wieder hergestellt werden kann, den Seebahnhof barrierefrei ausbauen, die denkmalgeschützten Bahnsteigdächer wieder herstellen, den Bahnhofsplatz verkehrsberuhigen und zu einer baumbeschatteten Promenade umgestalten, großzügige Zugänge zu einer attraktiveren Seepromenade schaffen.

Kein Stadtrat dürfe anstreben, dass alles so bleibt, wie es derzeit ist, „weder aus politischen Erwägungen noch aus persönlichen Befindlichkeiten“, fordert die FDP. Sie empfiehlt dem Stadtrat, mit der Vorgabe „Ohne Gleisverlegung“ in die Mediation zu gehen.