Nach ihrer heftigen Kritik am Jahresbericht des Rathauses „Dahoam“ vom vergangenen Jahr gönnt DPF-Stadträtin Angelika Kammerl den Starnbergern auch das Stadtmagazin nicht mehr. Sie hatte das Budget des Rathauses für solche Öffentlichkeitsarbeit schon Ende letzten Jahres von 100000 Euro auf nur noch 30000 Euro kürzen wollen. Der Hauptausschuss entschied sich aber dann doch für 40000 Euro. So viel hatte in etwa der Jahresbericht „Dahoam“ in 2017 gekostet. Die 40000 Euro hätten aber auch für vier Stadtmagazine reichen können.  Das ließ Kammerl keine Ruhe. Sie stellte gemeinsam mit anderen Vertretern der die Mehrheit im Stadtrat bildenden Fraktionen einen Nachprüfungsantrag. Über den musste jetzt der Stadtrat entscheiden, was wie berichtet dazu führte, dass das Gesamtbudget des Rathauses für Öffentlichkeitsarbeit von 231200 auf nur noch 35000 Euro gekürzt wurde. „Mit dem Beschluss wurde das Ziel verfolgt, die Erstellung des Starnberger Stadtmagazins mit der Einlage Blickpunkt Starnberg dauerhaft zu unterbinden“, lautet die Reaktion von Bürgermeisterin Eva John.

Kammerl war der Ansicht, es reiche, wenn das Rathaus einen einzigen Jahresbericht herausgebe. Stefan Frey (CSU) vermisste in den bisherigen Stadtmagazinen einen „politischen Informationsgehalt“ (siehe letzter Absatz von dem Blog-Artikel: Volle Kraft voraus gegen das Rathaus). Um Politik geht es vom Ansatz her aber gar nicht im vierteljährlich erscheinenden Stadtmagazin. Inhalt des jüngsten Heftes waren Neuigkeiten aus der Geschäftswelt, ein Interview mit der Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins „Freunde von Dinard“, Angelika Galata, die Ankündigung der Französischen Woche sowie der verkaufsoffenen Sonntage, Kulturhinweise, und mehr. Also vornehmlich Themen des Stadtmarketings. Starnberger Unternehmen haben Anzeigen in dem Heft geschaltet. Die Einlage „Blickpunkt“ berichtete über Veränderungen für Stadt und Bürger auf Grund vom Stadtrat getroffener Entscheidungen, auch über den Baufortschritt von Westumfahrung und Seebad, stellt den neuen Leiter des Standesamtes vor, ebenso die neue Homepage des Rathauses und wirbt für eine Fotoausstellung „80 Jahre Kindergarten Hirschanger“.

Kammerl vertrat die Ansicht, die Hefte hätten „keinen besonderen Informationswert“. Sie verlangte eine Kürzung auf 10000 Euro. Frey war auch der übrige Haushaltsansatz „entschieden zu viel“. Lediglich 39000 Euro für die Belange von Kultur, Musikschule und Museum wollte er unangetastet lassen. Iris Ziebart (FDP) dagegen fand besonders das letzte Magazin „sehr ansprechend“. Ihrer Meinung nach interessiere sich der Bürger weniger „für trockene Sachen“. Er wolle Freude beim Lesen haben.

Sein Kürzungsantrag  wurde mit 13:7 von CSU, UWG, Grünen, SPD, und DPF unterstützt. Das Budget Hauptverwaltung/Öffentlichkeitsarbeit schrumpfte damit von 126200 auf 10000 Euro. Kommentar der Bürgermeisterin: „Damit wurde beabsichtigt, dass weder der Jahresbericht (40000 Euro), noch der Relaunch der städtischen Homepage mit dessen barrierefreien Umsetzung (51200 Euro), noch jedwede Flyer, Plakate oder sonstige Veröffentlichungen (geplant 30000 Euro) finanziert werden können.“ Die Mittel auf der Haushaltsstelle „Wirtschaftsförderung“ reduzierte die obige Ratsmehrheit von 105000 auf 25000 Euro. Damit kann das Stadtmagazin samt Blickpunkt laut John nicht mehr erscheinen.