Der Hauptausschuss hatte der Übertragung der Haushaltsausgabereste aus 2017 und früher wie berichtet schon einstimmig grünes Licht erteilt – nach ausgiebiger, mehrmaliger und zeitintensiver Beratung sowie Erläuterung jedes Postens durch die Rathausverwaltung. Trotzdem wollte Klaus Rieskamp (DPF) in der jüngsten Stadtratssitzung noch einmal von vorn anfangen. Rund eine Million Euro sollte seiner Ansicht nach gestrichen werden, darin enthalten längst vom Stadtrat oder seinen Ausschüssen beschlossene Projekte wie Ladestationen für Elektroautos, die Sanierung der Starnberger Brunnen, den Umbau der Mühlbergstraße vor der Musikschule sowie die Planungskosten für die Erweiterung des Parkdecks am Bahnhof Nord. Bürgermeisterin Eva John erläuterte nochmals, was sich hinter jedem Posten an Aufgaben verbirgt. Franz Sengl (Grüne) plädierte eindringlich dafür, die Planungskosten für das Parkdeck nicht zu beschneiden. Iris Ziebart (FDP) fand es kontraproduktiv, alles – auch Projekte die mehr Sicherheit für Fußgänger bringen – wieder rauszustreichen. Vielmehr sollte es Ziel des Stadtrates sein, sich selbst mehr Handlungsspielraum zu erhalten. Für Thomas Beigel (CSU) war lediglich die Frage von Interesse, ob die Verwaltung personell in der Lage ist, die Projekte, die hinter den Haushaltsausgaberesten stehen, tatsächlich umzusetzen. Das machte John glaubhaft und betonte, dass Streichungen an diesen Posten das immer noch bestehende Defizit beim Ausgleich des Haushaltes 2018 nicht lösen würden. Markus Mooser (WPS) warf Rieskamp vor, eine „Sabotage zum Nachteil vieler Bürger“ zu inszenieren. „Wir brauchen den Billigungsbeschluss, um mit dem Haushalt weiter machen zu können“, mahnte Ludwig Jägerhuber (CSU). Die Ausgabereste zu übertragen bedeute, dass die Verwaltung die beschlossenen Projekte abarbeiten könne, deren Finanzierung ja bereits gesichert sei. Durch Streichungen gewinne man nichts. „Jetzt tun wir seit Januar umeinander und wollen jetzt im April noch einmal da anfangen, wo wir im Januar schon waren. Das kann ich nicht nachvollziehen“, ärgerte sich Jägerhuber. Notwendige Ausgaben zu verschieben ändere nichts, denn sie kämen auf jeden Fall auf die Stadt zu, erinnerte Josef Pfister (BMS). Da gehe es auch um das Erscheinungsbild von Starnberg. Aus 2017 wurden rund 10,81 Millionen Euro, aus früheren Jahren 5,12 Millionen Euro auf 2018 übertragen. Die Summe hat sich seit Januar reduziert. Gegen die Übertragung stimmten nur Angelika Kammerl und Rieskamp (beide DPF). Die Bürgermeisterin freute sich über das Mehrheitsvotum: „Jetzt können wir auch wieder Aufträge erteilen.“