Die Bemühungen der Stadt Starnberg laufen schon lange, Sendemasten auf privaten Hausdächern auflösen zu lassen und Mobilfunksendeanlagen auf vom Umweltinstitut München als verträgliche Standorte beurteilte neue Sendemasten umzuziehen. Im Januar 2016 hatte das Institut sein Gutachten vorgelegt, mit dem zwölf verschiedene Standorte in Söcking untersucht worden waren. Ergebnis: Am verträglichsten wären zwei neue 40 Meter hohe Sendemasten südöstlich des FortSchritt-Kinderhauses am Höhenweg und auf einer städtischen Fläche an der Friedhofstraße. Die Bürgerversammlung in Söcking stimmte den Standorten Ende 2017 zu, der Stadtrat genehmigte sie Anfang 2018. Das Gutachten hatte auch bereits neue Sendetechniken wie „5G“ berücksichtigt.

Den bisher andere Standorte nutzenden Firmen Telekom und Telefonica hatte der Stadtrat schon 2016 empfohlen, die Errichtung der neuen Masten auf den verträglichen Standorten zu beantragen. Die Hoffnung: Dann könnte der heutige alte Mast neben dem Kinderhaus abgeschaltet werden, ebenso die Dachsendeanlage Riedeselstraße 2, die von den Nachbarn schon seit langem als bedrohlich empfunden wird. Man wolle mit der Telekom und Vodafone dringend verhandeln, die Dachanlage aufzugeben, auch wenn der mit dem Hauseigentümer geschlossene Mietvertrag noch länger laufe, hieß es damals aus dem Rathaus. Als jetzt dort jedoch „überraschend“ – so Bürgermeisterin Eva John – ein Antrag auf Aufrüstung der Dachantenne für den Technikstandard „LTE“ einging, habe sich die Stadt fachanwaltlich beraten lassen und die demnach einzige Möglichkeit ergriffen: Einen Bebauungsplan für das fragliche Gebiet aufstellen und eine Veränderungssperre erlassen.

Beides ist im Amtsblatt Ausgabe Nummer 15 vom 18. April 2018 öffentlich bekannt gemacht worden und somit wirksam. Widerspruch von Seiten des Bauausschusses gab es dazu nicht. Ziel des Bebauungsplanes ist der Ausschluss der Zulässigkeit von Mobilfunkanlagen sowohl als gewerbliche Haupt- als auch als Nebenanlagen im näher bezeichneten Allgemeinen Wohn- oder Mischgebiet zwischen Riedeselstraße und Friedhofstraße. Die Veränderungssperre ist seit 19. April 2018 in Kraft und gilt für längstens zwei Jahre.