Die „Bäckermeisterei Meier“ gibt es nicht mehr. Jetzt soll das von ihr ehemals genutzte Betriebsgebäude an der Emslander Straße 2 anders genutzt werden, zumindest im Erdgeschoss. Der Bauausschuss des Stadtrates hat dem Bauantrag zur Umnutzung zu einem Warenhaus mit 10:3 Stimmen das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Laut Stadtbauamt ist ein Markt geplant, der kein eindeutiges Kernsortiment und somit keine typische Betriebsart hat. Im Antrag hatte es geheißen: Ein nicht großflächiger Einzelhandelsbetrieb im Erdgeschoss mit einer Vielzahl an Sortimentsgruppen ohne eindeutiges Kernsortiment. Mischung aus Kleinpreiskaufhaus, Sonderpostenmarkt und Non-Food-Discounter. Betreiber will die  „Warenhaus  ACTION“ sein. Nicola Gotthardt-de-Caluwé vom Bauamt erläuterte den Stadträten, dass der Bereich Emslander Straße ein Nahversorgungszentrum der Stadt sei, das nach dem gültigen Einzelhandelskonzept gestärkt werden solle. Dem Bauvorhaben könne man attestieren, dass die geplante Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter zulässig sei und gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse vorlägen. Aber dem vorgelegten Gutachten des Bauherren, das bescheinige, das Warenangebot  werde keine schädliche Auswirkung auf das städtische Angebot haben, widerspreche die Firma Cima – Beratung und Management GmbH, München, die die Stadt Starnberg seit vielen Jahre in Sachen Standortmanegement berät. Es stelle sich deshalb die Frage, ob das Angebot des Warenhauses abweichend vom Einzelhandelskonzept der Stadt zugelassen werden solle. Ob es schädliche Auswirkungen auf das Warenangebot der Innenstadt habe, sei schließlich noch nicht geklärt.

Johannes Bötsch (BLS) erinnerte daran, dass die Starnberger ein Kaufhaus vermissen. „Kein Einzelhändler in der Innenstadt hat Angst vor dem Sortiment. Das hält Kaufkraft im Niedrigpreisegment in Starnberg“, gab er sich überzeugt. „Hin- und hergerissen“ zeigte sich Christiane Falk (SPD): „Was geht sonst noch da oben außer Leerstand?“ Stadtbaumeister Stephan Weinl sieht das Problem, dass bei der beantragten Art von Markt das Sortiment nicht steuerbar sei. Das vorgelegte Gutachten reiche nicht aus, um die Unschädlichkeit zu bestätigen. Iris Ziebart (FDP) fand die Cima-Aussagen „nicht so deutlich, dass es schädlich ist“. Sie neige schon zur Zustimmung, sagte sie. Probieren wollte es auch Annette von Czettritz (Grüne). Dagegen plädierte Ludwig Jägerhuber (CSU) dafür, den Antrag zurückzustellen, um zunächst die Cima zu hören. Deren Vertreter solle in den Bauausschuss eingeladen werden. Bürgermeisterin Eva John zitierte aus einer Beschreibung der ACTION Warenhäuser: Preisagressiv, breites Sortiment. Es gebe so ein Warenhaus auch in Landsberg, sagte sie. Otto Gaßner (UWG) fand es „überdrüssig“ über das Sortiment zu reden. Für ihn sei es wichtiger, dass ein Leerstand beseitigt werde. Auch Markus Mooser (WPS) mahnte: „Wir sollten froh sein, wenn es ein Kaufhaus gibt.“ „Nicht locker zustimmen“ wollte Gerd Weger (CSU). Die 41 nachgewiesenen Stellplätze in der Tiefgarage seien seiner Ansicht nach zu knapp für die Verkaufsfläche. Jägerhuber warb nochmals: „Nicht aus dem Bauch raus – hopplahopp!“ Doch er unterlag mit seinem Antrag auf Vertagung mit 3:10 Stimmen. Die Mehrheit sprach sofort das gemeindliche Einvernehmen aus.