Nur eine Gegenstimme gab es in der jüngsten Bauausschusssitzung gegen die Erweiterungspläne des Malteserstiftes Sankt Josef in Percha, die zunächst noch in einen Bebauungsplan gegossen werden müssen. Iris Ziebart (FDP) war aber nicht gegen die Erweiterung, sondern wollte den ehemaligen Schweinestall, der wie die alte Remise unter Denkmalschutz steht, zumindest in seiner Gebäudeform erhalten. Das Denkmalschutzamt beurteilte bisher lediglich den Abbruch der Remise mit „kommt nicht in Frage“. Ziebart sagte:“An einem Kompromiss für den alten Stall lohnt es sich zu arbeiten.“ Aber das wurde von der Ausschussmehrheit nicht unterstützt. Die stellte dem Stift anheim, nun einen Entwurf für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan einzureichen.

Das Konzept der Malteser sieht folgendermaßen aus: Die Remise sollte zurückgebaut und stattdessen ein neues zweigeschossiges Gebäude errichtet werden, in dem zehn Service-Wohnungen für Senioren und zwei Wohnungen für die Kurzzeit-/Urlaubspflege entstehen sollen. Im ehemaligen Wohnhaus will man drei Mitarbeiterwohnungen einrichten und im Stall eine Orangerie (Gesellschaftsräume) mit Gartencafé. Gerd Weger (CSU) hielt es für richtig, die Pläne ins Verfahren zu geben. Josef Pfister (BMS) sprach sich für eine gute Abstimmung mit dem Denkmalamt in diesem Verfahren aus. Bürgermeisterin Eva John betonte, es bestehe ein echter Bedarf an den zusätzlichen Einrichtungen, weshalb das politische Signal, ob sich der Stadtrat das vorstellen könne, sehr wichtig sei. Ludwig Jägerhuber (CSU) will den Denkmalschutz relativiert sehen: „Auch ältere Menschen haben einen gewissen Denkmalschutz.“ Laut Otto Gaßner (UWG) hat für seine Fraktion ohnehin die Zukunftsentwicklung des Stiftes Vorrang vor dem Denkmalschutz. Dazu gebe es auch schon entsprechende Rechtsprechung. Deren Fundstellen wollte Günther Picker (WPS) gern benannt bekommen, was Gaßner ihm in Aussicht stellte.