Ob der Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Mühlbergstraße, Dr. Paulus-Weg und Mathildenstraße überhaupt weiter geführt wird, ist zum wiederholten Mal offen. Der Bauausschuss des Stadtrates machte nach dem Beschluss vom März nun wieder eine Rolle rückwärts. Damals setzte sich eine Mehrheit durch, die verhindern wollte, dass die großen Grünflächen der historischen Villen in diesem Gebiet durch Neubauten eingeschränkt und die Baudenkmäler somit beeinträchtigt werden. Nach der öffentlichen Auslegung des Entwurfes hatte sich ein Eigentümer gegen eine solche Beschränkung seiner Baurechte gewandt. Der Tagesordnungspunkt wurde nun noch einmal zurückgestellt. Vor einer erneuten Behandlung soll geprüft werden (einstimmig), ob der tatsächliche Bestand an Bauten auf den von der Bauleitplanung betroffenen Flächen mit den städtischen Darstellungen des Bestandes je Flurnummer übereinstimmt. Laut Otto Gaßner (UWG) sagen Luftbildaufnahmen etwas anderes. Auch muss dann geklärt werden (einstimmig), ob abweichend vorhandene Bauten genehmigt sind. Schlussendlich wünschte der Ausschuss, das Stadtbauamt möge darstellen, „welche Volumen untergeordneter baulicher Anlagen in den derzeitigen Grünflächen noch möglich wären“(7:6).

Markus Mooser (WPS) kritisierte Ungleichbehandlung. In der Vergangenheit hätten manche Grundeigentümer dafür gesorgt, dass heute moderne „Schuhkartons“ über den historischen Villen thronten. „Es kann nicht sein – manche vergolden ihr Grundstück, und wer sein Haus unter Denkmalschutz hat stellen lassen, dem werden dann Erweiterungen verwehrt“, nahm Mooser Partei für den vorstellig gewordenen Villenbesitzer. Im Gebiet sei sukzessive der ortsbildprägende Charakter zerstört worden, was Bausünden seien. Auch für Josef Pfister (BMS) liegt zu viel Gewicht auf dem Denkmalschutz: „Warum soll an der Mathildenstraße nicht noch ein kleines Häuschen möglich sein?“ Die gesamte Grünfläche als Vorgarten zu erhalten sei eine unverhältnismäßige Härte. Iris Ziebart (FDP) sähe lieber eine Erweiterung direkt an der Villa statt im deren Gartenzone. Sie erinnerte an die Stellungnahme von Kreisheimatpfleger Gerhard Schober, der die Grünstreifen als zwingenden Bestandteil des Villendenkmals bezeichnet habe. Dagegen unterstützte Gerd Weger (CSU) den bisherigen Weg, zusätzliche Bebauung nicht zu erlauben. Aber Gaßner sieht die städtebauliche Struktur „schon durchbrochen“.