Zehn Jahre ist der letzte Masterplan der 1966 gegründeten Munich International School (MIS) heuer alt. Jetzt soll ein neuer Masterplan gelten. Den hat der Verwaltungsleiter der Schule, Roman Friemel sowie der beauftragte Architekt Professor Florian Burgstaller in der letzten Sitzung des Bauausschusses des Stadtrates vorgestellt. Er soll Grundlage für eine Änderung des gültigen Bebauungsplanes werden. Mit der Landeshauptstadt München und der MIS wird die Stadt Starnberg einen städtebaulichen Vertrag schließen. Betrachtungshorizont ist laut Friemel das Jahr 2035. Nur umfangreiche bauliche Ergänzungen garantierten den erfolgreichen Fortbestand der internationalen Schule, sagte er.

Der Masterplan vom Dezember 2008 hatte schon eine Obergrenze gesetzt, die auch jetzt gelten soll: Mehr als 1500 Schüler sollen auf Schloss Buchhof, in dem die Schule residiert, nicht unterrichtet werden. Derzeit seien es 1280, so Friemel, bei 1350 stoße man bereits an Kapazitätsgrenzen. Grund sei, dass man von der Tendenz her mehr Platz pro einzelnen Schüler benötige, weshalb es nun gelte, die pädagogischen Belange, die Interessen der Stadt Starnberg, auf deren Hoheitsgebiet die MIS liegt, und der Stadt München, die das Gelände gegen Erbpacht zur Verfügung stellt, in einem neuen Masterplan zu ordnen und gleichzeitig auf die historisch gewachsene Umgebung Rücksicht zu nehmen. Architekt Burgstaller sprach von einem breiten Team, mit dem er arbeite und zu dem auch Landschaftsplaner gehörten. Bekannt sei bereits, das eine Vierfach-Sporthalle benötigt werde. Die vorhandene Dreifach-Halle werde stattdessen in einen öffentlichen Treffpunkt für die Schule umfunktioniert. „Ein Treffpunkt, an dem sich endlich einmal die ganze Schule treffen könnte“, ergänzte Friemel. Am Schloss will Burgstaller einen viergeschossigen Turm ergänzen und später zum Abschluss der Erweiterungen im Süden einen Flügel für zusätzliche Klassenzimmer anbauen.

Der Masterplan 2008 hatte den Neubau für die Grund- und Oberschule gebracht, ebenso von Sporteinrichtungen und einer Kantine. Nach der nächsten Änderung des Bebauungsplanes wurde ab 2016 der Kindergarten und das Internat sowie ein Sport- und Schiedsrichterhaus erstellt, ebenso ein Empfangsgebäude. Der Pausehof und die Tribüne waren überdacht und der Sportplatz durch ein Kunstrasenspielfeld ersetzt worden.

WPS-Stadtrat Markus Mooser lobte: „Toll wie Sie Schule und Campus entwickeln. Das ist auch eine Aufwertung für Starnberg. Von uns aus steht die Ampel auf grün.“ Auch Iris Ziebart (FDP) war zufrieden: „Die Addition stellt einen überzeugenden Zusammenhang her.“ Gerd Weger (CSU) rückte jedoch wie in früheren Jahren die Verkehrsbelastung des Starnberger Ortsteils Percha gerade durch den Hol- und Bringverkehr zur MIS in den Vordergrund: „Der Verkehr ist für Percha unzumutbar. Sie müssen ernsthaft versuchen, einen direkten Autobahnanschluss zu bekommen. Auch von Seiten der Schule muss Druck erzeugt werden.“ Bekanntlich gibt es im Bereich des Parkplatzes der MIS eine provisorische Baustelleneinfahrt zur Autobahn, doch die Autobahndirktion Süd hatte sich in der Vergangenheit bei entsprechenden Vorstößen von Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger stets hartleibig gezeigt und einen eigenen Anschluss der Schule an die Autobahn abgelehnt. „Wenn es Möglichkeiten gibt, unterstützen wir das natürlich“, versicherte Friemel. Ludwig Jägerhuber (CSU) ließ als Protokollnotiz festhalten: Die Bürgermeisterin möge erneut bei der Autobahndirektion vorstellig werden. „Gemeinsam sind wir stark – mit der Schule und der Stadt München“, so Jägerhuber. Rathauschefin Eva John erinnerte daran, dass der Stadtrat bereits ein Verkehrskonzept für Percha in Auftrag gegeben habe: „Wir hoffen, dass sich der eine oder andere Bedenkenträger doch überzeugen lässt“, sagte sie optimistisch.

Der Bauausschuss billigte die Änderungswünsche der MIS auf Grund des neuen Masterplans, stellte anheim, dass die MIS einen Änderungsentwurf für den Bebauungsplan erarbeitet und ein städtebaulicher Vertrag geschlossen wird. Das in allen Fällen einstimmige Votum deutete John als „gute Basis für weiteres Gelingen“.