Acht Monate ist in der Hanfelder Straße 11 und in der Hauptstraße 4 auf Höhe des „Radhaus“ gemessen worden. Vorläufiges Ergebnis: „Der Trend ist eindeutig in Richtung weniger Immission“, sagte Wolfgang Henry  von der Firma Accon, die die Messungen der Luftschadstoffe im Auftrag der Stadt durchführt und bewertet. Abgewartet werden soll auf jeden Fall noch das Ergebnis nach einem vollen Jahr Messung. Darin waren sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Energie und Mobilität des Stadtrates einig. Eigentlich sollte sogar zwei Jahre lang gemessen werden. Nach Vorschlag von Franz Heidinger (BLS) will man diese Entscheidung noch einmal überdenken.

Henry präsentierte die Ergebnisse aus dem Zeitraum 1. Oktober 2017 bis 31. Mai 2018. Die beiden Messstationen zeichnen halbsstündlich die gemessenen Werte für Stickstoffdioxid, -monoxid, sowie Feinstäube der Korngrößen PM10 und PM2,5 auf, ebenso die dazugehörige Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu dem Zeitpunkt. Unter http://www.accon.de/starnberg ist die 48-Stunden-Historie für jedermann einsehbar. Für beide Messstellen gilt: Hier herrscht vorwiegend dichter Pkw- und Lkw-Verkehr. Die Stickoxide als auch die Feinstäube sind laut Henry zu 70 Prozent dem Verkehr zuzurechnen. Der Rest ist Hintergrundbelastung, die auch ohne den Verkehr vorhanden wäre, zum Beispiel Staub von Feldern nach längerer Trockenperiode oder Immissionen aus Heizungsanlagen im Winter und Ähnliches.

In der 39. Bundesimmissionsschutzverordnung sind die zulässigen Grenzwerte festgelegt. Sie betragen, so Henry, für Stickoxid als Kurzwert-Grenzwert innerhalb einer Stunde 200 Mikrogramm pro Kubikmeter, als Jahresmittelwert sind höchstens 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft benannt. Beim Feinstaub PM10 beträgt der Jahresmittelwert 40, bei PM2,5 nur 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Die Ergebnisse des Acht-Monatszeitraums für die Jahresmittelwerte, die Henry als die strengeren Werte bezeichnete, liegen für Stickstoffdioxid in der Hauptstraße bei 26, in der Hanfelder Straße bei 21 Mikrogramm pro Kubikmeter, für Feinstaub PM10 bei 21 und 16, für Feinstaub PM2,5 bei 13 und 11 Mikrogramm pro Kubikmeter. Überschreitungen der Grenzwerte habe es nur bei den Kurzwert-Grenzwerten gegeben, aber an weniger als der als zulässig genannten Zahl der Tage. Das unerwartet positive Ergebnis begründete Henry damit, dass es in Starnberg durch die Beziehung von Stadt und See bezüglich des Windes eines gute Belüftung der Straßen gebe.

Klaus Rieskamp (DPF) stellte fest, dass die Werte gegenüber der zuletzt 2007 vorgenommenen Messung – damals nur in der Hauptstraße – erheblich gesunken seien: „Wir müssen uns wohl vom Feindbild Auto verabschieden.“ Henry bestätigte, die Einführung der Euro-Katalysatoren habe wesentlich zu reinerer Luft beigetragen. Heidunger verführte dies zu dem Gedankenspiel: „Die Verwaltung könnte das Prädikat ‚Luftkurort‘ beantragen.“ Er rechne nicht damit, dass sich nach einem zweiten Messjahr andere Ergebnisse zeigten, weshalb man überlegen sollte, ob nicht ein Jahr reicht. Bürgermeisterin Eva John empfahl im Oktober noch einmal die Zahlen anzusehen. „Bis dahin stellen wir noch keinen Antrag für ‚Luftkurort'“, meinte sie augenzwinkernd zu Heidinger. Der Ausschuss nahm die Präsentation ohne weitere Diskussion zur Kenntnis.