Angesichts sinkender Luftschadstoffe, insbesondere der Stickoxide, stellte Wolfgang Ziebart, Mitglied des örtliche FDP-Vorstandes, in der Stadtratssitzung am Montag unter der Rubrik „Bürger fragen“ die Frage, was die Stadt Starnberg zu unternehmen gedenke, um den seiner Ansicht nach inzwischen „vollständig sinnlosen“ Abluftkamin des geplanten  B2-Tunnels im Bereich des Schlossgartens „nicht zur Ausführung zu bringen“. Der Tunnel soll, wenn er voraussichtlich 2026 in Betrieb geht, über eine sogenannte Mittenabsaugung entlüftet werden. Ein riesiges Betriebsgebäude ist unterirdisch unter dem heutigen Parkplatz des Finanzamtes geplant. Die Abluft soll mit hoher Geschwindigkeit über den im Stadtbild nicht zu übersehenden Kamin in großer Höhe über Starnberg ausgestoßen und in oberen Luftschichten verwirbelt werden. Ziebart hält eine Längslüftung zwischen den Tunnelportalen für ausreichend.

Die Längslüftung ist nach seinen Recherchen die ursprünglich vorgesehene Lüftung für den B2-Tunnel gewesen. Erst nach Kenntnis eines 2002 erstellten Gutachtens, das Stickoxidwerte nahe der Grenzwerte errechnet hatte, sei in einer Tektur diese Planung aufgegeben und durch den mittigen Abluftkamin ersetzt worden. Wie kürzlich berichtet ist durch Messungen an der Starnberger Hauptstraße und Hanfelder Straße belegt worden, dass die Luftschadstoffen deutlich gesunken sind, seit die Autoindustrie strenge Abgasnormen zu erfüllen hat. Der Abluftkamin, der nach den Plänen des Staatlichen Bauamtes Weilheim als Zusatzturm in die den Schlossgarten umfassende Mauer integriert werden soll, war stets ein veritabler Stein des Anstoßes in der öffentlichen Debatte zwischen Starnberger Tunnelgegnern und -befürwortern. Ziebart sagt, der Grund für die Wahl der Entlüftung in der Tunnelmitte sei entfallen, zudem habe diese massive Nachteile für die Starnberger Bürger. „Am Schlosspark, einem idyllischen Ort der Ruhe in Starnberg, wird ein mindestens zehn Meter hoher Kamin mit einem Lüftungsdurchmesser von vier Meter gebaut, aus dem die gesamte Abluft, die im Tunnel entsteht, mit einer Geschwindigkeit von 60 Kilometer pro Stunde ausströmt. Dort wird sich niemand mehr aufhalten wollen.“ Der Ingenieur benennt den jährlichen Energieverbrauch mit den Zahlen aus dem 2002er Gutachten mit 2321,4 Megawattstunden, was dem Jahresverbrauch an elektrischer Energie von 450 Vier-Personen-Haushalten entspreche. Seiner Ansicht nach sollten die Planer des Staatlichen Bauamtes in Weilheim zum ursprünglichen Konzept mit Längslüftung zurückkehren.

Bürgermeisterin Eva John antwortete, die Rathausverwaltung werde sich kundig machen und dann den Stadtrat über die Erkenntnisse informieren.