Der Bauausschuss des Stadtrates hat letzte Woche das gemeindliche Einvernehmen für den Bau des neuen Antennenmastes für Mobilfunk südlich der Friedhofstraße in Söcking erteilt. Es gab nur eine Gegenstimme – die von Angelika Kammerl (DPF). Beantragt hat den Bau die Telxius Towers Germany GmbH. Der Standort war  genauso wie der am Höhenweg im Rahmen des Dialogverfahrens mit dem Umweltinstitut München e.V als Standort mit Hoher Versorgungsqualität bei geringer Strahlenbelastung für die Nachbarschaft ausgewählt worden und führt dazu, dass andere Mobilfunkanlagen, die sich derzeit teils noch auf privaten Hausdächern in Wohngebieten befinden – zum Beispiel Riedeselstraße 2, der kürzlich weiter aufgerüstet werden sollte, was Bürgermeisterin Eva John und der Stadtrat mittels einer Veränderungssperre verhinderten – künftig verzichtbar sind und abgebaut werden können. Von solchen Sendeanlagen geht nach den Worten vom damaligen Gutachter und inzwischen selbstständigen Ingenieur Hans Ulrich (Firma Funktechanalyse, denn das Umweltinstitut hat die entsprechende Abteilung eingestellt) eine wesentlich stärkere Strahlenbelastung aus. Für Aussagen einer in jüngerer Zeit neu gegründeten Bürgerinitiative gegen neue Funkmasten in Söcking zeigte Ulrich wenig Verständnis. Von dieser verbreitete Messergebnisse bezeichnete er als nicht fachgerecht durchgeführt. Außerdem erinnerte der Ingenieur daran, dass jeder Bürger, der befürchte, Grenzwerte für die Feldbelastung werden in seiner Umgebung nicht eingehalten, jederzeit die Bundesnetzagentur verständigen könne. „Die verfolgt unverzüglich jeden Verstoß gegen die Einhaltung der Grenzwerte“, so Ulrich.

Bevor die Entscheidung des Ausschusses getroffen wurde, hatte er noch einmal die Gelegenheit bekommen, die Standortfindung zu erläutern und zu begründen, sowie die Fragen der Stadträte zu beantworten. Der Mast entsteht auf einem städtischen Grundstück. Bürger hatten im Vorfeld des Sitzung  Stadträte angeschrieben und gebeten, sich die Angelegenheit noch einmal gut durch den Kopf gehen zu lassen.

Ulrich widersprach Aussagen, er sei bei der Auswahl der Standorte festgelegt gewesen: „Die konnte ich mir frei aussuchen.“ Seine Aussagen im Gutachten seien auch nicht nur kurzfristig gültig sondern auf Jahrzehnte ausgelegt. Das Ergebnis sorge für eine schonende Variante und sei mit den Mobilfunkbetreibern funktechnisch vorabgestimmt. Grundsätzlich gelte heute: „Die Stätdte dürfen den Netzbetreibern durch aus etwas zumuten, ohne dass es aber eine Zumutung wird.“ Im Auge behalten müsse man stets, dass das Versorgungsziel laute: flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk. „Mit dem neuen Mast gibt es in der Umgebung eine sehr gute Versorgung auch innerhalb von Gebäuden“, so Ulrich. Dank dieses Mastes, dem am Alersberg und dem am Höhenweg sei das langfristige Ziel der Stadt erreicht, langfristig auf Dachstandorte verzichten zu können. Würde man auf den geplante Neubau verzichten, hätte das sofort neue Suchkreise der Mobilfunkbetreiber in den Wohngebieten zur Folge. „Ich bin der Gutachter, der seine Verfahren durch das Verwaltungsgericht bringt“, trat er Aussagen in Söcking entgegen, die seine Qualifikation angegriffen hatten. Dank des durchgeführten Dialogverfahrens habe die Stadt in dieser Angelegenheit „den Hut auf“. „Sie sollten sich auf den technischen Sachverstand des von Ihnen beauftragten Gutachters verlassen.“