Im Museum Starnberger See schlummert ein Schatz. Das Prunkschiff Delphin, das Besucher im Museum bewundern können, wurde als eines von insgesamt 100 Heimatschätzen ausgezeichnet. Damit ist das 1835 gebaute und letzte erhaltene Prunkschiff der Wittelsbacher der einzige Heimatschatz im Landkreis Starnberg. „Auf diese Auszeichnung können das Museum Starnberger See und die Stadt Starnberg mächtig stolz sein“, freut sich Erste Bürgermeisterin Eva John und dankt dem Heimatministerium und Kunstministerium für diese besondere Auszeichnung.

Gebaut wurde der „Delphin“ 1834/35 als neues Leibschiff für König Ludwig I., der sich den Delphin des Bildhauers Anselm Sickinger als Bugfigur aussuchte. Nach dem Tod von König Max II., der das Schiff oft für Fahrten zur Roseninsel nutzte, wurde es allerdings ruhig um den „Delphin“.

1949 führte der Trachtenverein den geschmückten „Delphin“ noch beim Oktoberfestumzug mit, danach war er aber in Hütten und verschlossenen Stadeln untergebracht. Dass der „Delphin“ im Museum Starnberger See seine endgültige Bleibe gefunden hat, ist vor allem der damaligen Frauen-Union-Vorsitzenden Hannelore Hartmann zu verdanken, die das Schiff Mitte der 90er-Jahre verschlossen in einem Stadl vorfand. „Frau Hartmann hat sich mit dem Sammeln von Spenden und im Stadtrat dafür eingesetzt, eine würdige Unterkunft für den „Delphin“ zu schaffen“, so Erste Bürgermeisterin Eva John und fügt hinzu: „Sie hatte den Stein für den Bau unseres Museums Starnberger See ins Rollen gebracht.“

„Unsere bayerischen Heimatmuseen bewahren regionale Tradition und Heimatkultur. Unzählige Kleinode erzählen spannende Geschichten, stärken das Gefühl für die bayerische Lebensart und präsentieren einen modernen, lebendigen Umgang mit der bayerischen Heimatgeschichte“, stellte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker am Freitag (13.7.) bei der Prämierung von „100 Heimatschätze“ im Rahmen eines Festakts in München fest. „Unsere bayerische Museumslandschaft mit ihren über 1.300 Museen ist eine wahre Schatztruhe. Die nichtstaatlichen Museen leisten einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt unserer unverwechselbaren bayerischen Heimat.

Ich freue mich, dass wir heute 100 Heimatschätze auszeichnen können, die die reiche Geschichte und das kulturelle Erbe des Freistaats Bayern widerspiegeln“, merkte Kunstministerin Prof. Dr. med. Marion Kiechle zum Abschluss des Wettbewerbs an. Jedes Museum konnte sich mit maximal drei Objekten bewerben. Die 100 besten Heimatschätze im Freistaat wurden mit einem Preisgeld von 1.000 Euro prämiert und mit einer Urkunde ausgezeichnet.