Einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes hat der Bauausschuss seit vielen Jahren immer wieder auf den Tisch bekommen, so auch jetzt in der letzten Sitzung vor den Sommerferien. Die Eigentümer der privaten Grünfläche, die an der Josef-Fischhaber-Straße unterhalb der Lenbachvilla liegt, möchten diese bebauen. Bisher wurde dies stets abgelehnt. Nun sollen die Fraktionen zunächst intern diskutieren und bis zum 20. September 2018 eine Stellungnahme abgeben.

Genau geht es laut Peter Meinert vom Bauamt der Stadt um 14ooo Quadratmeter. Es ist eine Grünfläche mit mächtigen Bäumen. Der rechtsgültige Bebauungsplan verlangt, die Fläche von Bebauung frei zu halten. Die Eigentümer haben nun aber drei Bebauungsvarianten zur Prüfung vorgelegt:

  • Neun Doppelhäuser plus Garagen an der Josef-Fischhaber-Straße
  • Acht Einzelhäuser – davon sechs an der Josef-Fischhaber-Straße und zwei nördlich davon
  • Vier Doppelhäuser bogenförmig auf der Fläche angeordnet.

Bevor das Bauamt Fachbehörden beteiligt, wolle es die Ansicht der Fraktionen abfragen, sagte Meinert.

Ludwig Jägerhuber (CSU) brauchte da nicht lange überlegen: „Der Grünzug muss aufrecht erhalten bleiben. Wir werden das nicht unterstützen“, lehnte er jegliche Bebauung ab. Klaus Huber (WPS) rechnet dagegen damit, dass die Stadt irgendwann auf Grund des Zuzugdrucks gezwungen sein wird, zu „verdichten was geht“. Auch wenn das Grundstück heute wie eine grüne Lunge wirke, müsse man sich rechtzeitig die Entwicklung überlegen und die Auswirkungen auf die Infrastruktur prüfen. Iris Ziebart (FDP) konnte sich erinnern, dass Bauwünsche schon so lange vorgetragen werden, wie sie im Stadtrat ist, also immerhin 16 Jahre. „Ich könnte mich der Variante mit der bogenförmigen Bebauung annähern“, sagte sie. Denn dann könne die Parkfläche der Villa Lenbach unbebaut bleiben. „Es sollte kein Unterschied gemacht werden zwischen Grundstücken, egal wie wertvoll sie sind“, mahnte Ziebart, die eine Möglichkeit sähe, mit der Erlaubnis einer moderaten Bebauung zugleich einen Gehweg zwischen den Bäumen des Parkes zu realisieren. Auch wenn es schwierig werde, solle nachgedacht werden, die Hälfte der Bauflächen Einheimischen anzubieten, gab sie noch mit auf den Weg. Für Josef Pfister (BMS) zeigte schon die Diskussion, welche unterschiedlichen Sichtweisen bestünden. Natürlich gehe es hier um einen wunderschönen Park, aber Starnberg entwickele sich weiter. Das habe man schon auf dem Gelände der heutigen Montessori-Schule, ebenfalls auf einem Villengrundstück, gesehen. Alles davon abhängig zu machen, ob die Stadt den Verkehr im Ganzen in den Griff bekommt, hält er für den falschen Weg. Pfister stellte den Geschäftsordnungsantrag, die Varianten zunächst in den Fraktionen zu besprechen. „Denn das ist von grundsätzlicher Bedeutung“, so der BMS-Stadtrat. Dem wurde stattgegeben. Das forderte nochmals Jägerhuber heraus: „Wir haben den Stadtentwicklungsplan Starnberg 2025 gemacht. Das sollte die Linie sein, die der Stadtrat zu beachten hat, und die wir nicht hopplahopp wegwerfen sollten.“

Im Stadtentwicklungsplan ist das Gebiet als „besonderes Siedlungsgebiet“ gekennzeichnet, in dem keine Verdichtung vorgenommen werden sollte.