Der Eigentümer der beiden Adressen Vogelanger 17 und Schlossbergstraße 9 in Starnberg kommt mit seinen Bauwünschen derzeit nicht weiter. Das liegt daran, dass sich das Stadtbauamt und die Stadträte mit seinen Vorstellungen bisher nicht anfreunden konnten. Wie Ludwig Jägerhuber (CSU) sich in der Bauausschusssitzung im Juni erinnerte, gibt es auch eine Klage des Eigentümers gegen den Freistaat Bayern, weil sein Vorbescheid abgelehnt worden war. Einfacher ist es in der seit 2014 laufenden Auseinandersetzung nicht geworden. Denn im März 2017 stellte das Denkmalamt zumindest das Haus Vogelanger 17 unter Schutz. Pläne, es abzureißen, sind damit wohl kaum noch umzusetzen. Mit Mehrheit – nur gegen die Stimme von Patrick Janik (UWG)  – hat der Ausschuss die Veränderungssperre um ein weiteres Jahr verlängert und die Ziele des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplanes für den Bereich am südwestlichen Fuß des Schlossberges zwischen Hauptstraße und Vogelanger ergänzt: Weil das Gebäude in die Denkmalliste aufgenommen wurde, soll dessen Erhalt nun ebenfalls städtisches Planungsziel sein.

Zur Historie: Aus 2014 ist der Antrag auf Vorbescheid anhängig, der eine fünfgeschossige Bebauung entlang der Hauptstraße vorsah. Vogelanger 17 ist ein ehemaliges Handwerkerhaus, erbaut 1842 von Philipp Doll. Ein zweigeschossiges Flachsatteldachgebäude mit hohem Kniestock und Giebellaube. Im Band 9/1 der „Starnberger Stadtgeschichte“ (Siedlungs- und Baugeschichte von Starnberg) heißt es: „Die charakteristischen ‚Laugsägearbeiten‘ bei den Holzverkleidungen der Balkone und Hochlauben, die einmal am Starnberger See so weit verbreitet waren, sind hier in exemplarischer Weise noch erhalten. Wenn man beim Überqueren der Hauptstraße an der Ampel warten muss, ziehen sie fast unweigerlich den Blick auf sich. Leider wirkt das Haus inzwischen sehr abgewohnt. Eine den Charakter wahrende Renovierung würde auf jeden Fall einen wertvollen Beitrag zum Ortsbild leisten.“ Schlossbergstraße 9 ist die Adresse der daneben stehenden sogenannten „Alten Apotheke“, die nicht unter Denkmalschutz steht. Das beantragte Bauvorhaben bezog sich auf beide Grundstücke. Die Stadt versagte jedoch zum Vorbescheid das gemeindliche Einvernehmen, weil sich das geplante neue Gebäude nach Art und Maß der baulichen Nutzung nicht in die Eigenart der Umgebung einfügte. Um das Ortsbild zu sichern wurde der im April 2015 erneut eingegangene Antrag auf Vorbescheid mit dem Ziel des Abbruchs beider alter Häuser und Neubau eines diesmal viergeschossigen Wohn- und Geschäftshauses mit Tiefgarage zurückgestellt und der Beschluss gefasst, einen Bebauungsplan für den Bereich aufzustellen. Der soll folgende Festlegungen beinhalten: Begrenzung auf zulässige Wandhöhen, Festlegung, dass Satteldächer mit dem First parallel zum Vogelanger gebaut werden müssen, und Ausschluss von baulichen Anlagen entlang der Schlossberg- und Hauptstraße in einem acht Meter breiten Streifen, damit die Grünstruktur entlang der Straße erhalten bleibt. Am Vogelanger muss ein 1,50 Meter breiter Streifen frei bleiben,  als ausreichende Breite des Straßenraumes im Einmündungsbereich Vogelanger/Schlossbergstraße. Gleichzeitig wurde eine zweijährige Veränderungssperre erlassen, die der Ausschuss nun im Juni um nachmals ein Jahr verlängerte, um den Bebauungsplan zum Abschluss bringen zu können.

Franz Sengl (Grüne) zeigte Verständnis für den Eigentümer und meinte: „Das Gebäude geht ganz schön den Bach runter.“ Das sah Iris Ziebart (FDP) anders: „So lange es bewohnt wird, sehe ich kein Problem. Ich hoffe, dass der Eigentümer seiner Verpflichtung nachkommt.“