Einstimmig hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung dem Vorschlag der Verwaltung entsprechend den Projektfond für die Cityinitiative Starnberg e.V. unverändert gelassen. Die Initiative der Starnberger Einzelhändler kann deshalb weiter mit nochmals Einnahmen in gleicher Höhe rechnen, wie sie sie selbst an Beiträgen von ihren Mitgliedern einnimmt. Laut Stadtförderin Sarah Buckel sind das jährlich zwischen 22000 und 23000 Euro. Höchstens darf der Zuschuss der Stadt 40000 Euro betragen. Der Fond sichert der Initiative die Möglichkeiten, eigene Projekte auf die Beine zu stellen. Mit den anwesenden Sprechern der Cityinitiative, Gerald Funk und Ulrich Beigel, führten Stadträte eine Grundsatzdiskussion, was in Starnberg als Standortförderung möglich ist.

Laut Funk hat die Zusammenarbeit zwischen dem beim Rathaus angesiedelten Stadtmarketing und der Cityinitiative noch Verbesserungspotenzial, damit man noch schlagkräftiger werden kann. Dabei gehe es um die Erreichbarkeit der Geschäfte und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt. Aber er mahnte auch mehr Solidarität in der Händlerschaft an. Der Anfrage von Franz Sengl (Grüne) ertreilte Funk eine Absage: „Die Cityinitiative kann die Französische Woche nicht organisieren.“ Buckel bedauerte, dass dies ( Ausfall der Veranstaltung) heuer „wahnsinnig unglücklich“ gelaufen sei, weil der Hauptorganisator durch Krankheit ausfiel. Im September wolle sich die Arbeitsgemeinschaft Französische Woche (Arge) neu konstituieren, was bedeute, dass künftig jeder Gastronom, der mitmachen wolle, auch Mitglied der Arge sein müsse, die sich dann regelmäßig treffe und alles organisiere. „2019 werden wir auf jeden Fall wieder eine Französische Wochen haben“, versicherte Buckel. Zu Sengls Frage, ob in Starnberg eine Fußgängerzone sinnvoll sei, zeigte sich Funk gespalten aber dann doch deutlich ablehnend: „Starnberg ist zu klein, als dass wir ausreichend Zug in eine der Einkaufstraßen bringen.“ Außerdem wollten die Kunden fast alle bis vor die Häustür fahren. Schon deshalb müsse die Erreichbarkeit der Geschäfte gesichert sein, und zwar mit jedem möglichen Verkehrsmittel. Deshalb brauche die Stadt ein Innenstadtverkehrskonzept. Das hatte der Stadtrat jedoch wie berichtet auf Eis gelegt. Iris Ziebart (FDP) warb für temporäre Fußgängerzonen, zum Beispiel an einem Samstag in der Hochsaison. Sie lobte die Cityinitiative, die mit viel Herzblut am Werk sei. Was den Innenstadtverkehr angehe, müsse die Stadt schnell handeln, nicht auf den Abschluss des Tunnelbaus warten – „schon mit Blick auf die vielen Baustellen“, so Ziebart. Gerd Weger (CSU) setzt dagegen auf eine neue Fragenbogenaktion: „Wie tickt der Starnberger, was will er, was hält ihn ab, in Starnberg einzukaufen.“ Da winkte Funk ab: „Das Cima-Gutachten ist schon ein paar Jahre alt. Discounter schöpfen mit Non-Food-Angeboten den Rahm ab. Bei den innenstadtrelevanten Sortimenten herrscht deshalb schon lange keine Abgrenzung mehr. Die Ausrüstung zum Schulanfang können Sie zum Beispiel überall einkaufen.“

Ludwig Jägerhuber (CSU) erwartet von der Cityinitiative „Einfluss auf politische Entscheidungen“, zum Beispiel, wenn es um den Umbau des Umfeldes des Bahnhofs Nord gehen werde. Wie berichtet soll auf dem Grundstück des Edeka (früher Tengelmann) ein großes neues Fachmarktzentrum entstehen. Außerdem bat Jägerhuber, auf das Immobilienmanagement von Handelsgrundstücken mehr Augenmerk zu legen. Seine Ansicht: „Die Bevölkerung akzeptiert keine temporären Fußgängerzonen.“