Nachdem Anwohner des Hirtswiesweges in Hanfeld vom Abwasserzweckverband Starnberger See eine Mitteilung erhalten haben, dass im Zuge des laufenden Kanalsbaus für ihren Anliegerweg eine zweite Baustraße angelegt werden muss, herrscht helle Aufregung. Betroffen ist auch die Schwester von Bürgerlisten-Chef Franz Heidinger, weshalb sich der Fraktionssprecher der Bürgerliste (BLS), Michael Mignoli, mit einem Fragenkatalog an den Abwasserverband, die Stadtverwaltung und Bürgermeisterin Eva John gewandt hat. Mignoli kritisierte die äußerst kurzfristige Information an die Anlieger, fragt aber auch nach dem Sinn der Maßnahme.  Außerdem verlangte er Aufklärung, weshalb diese zweite Baustraße nach Abschluss der Kanalbauarbeiten, die in der Verantwortung des Abwasserzweckverbandes laufen, nicht zurückgebaut, sondern weiterhin als Geh- und Radweg genutzt werden soll. Angelegt wird sie auf einem der Stadt gehörenden Grundstück. Mignoli hat auch gefragt, wer die Kosten trägt, warum der Stadtrat nicht informiert worden ist und weshalb ein Geh- und Radweg entstehen soll, der angeblich „im Nirvana“ endet.

Das Rathaus hat ihm wie folgt geantwortet:

„Sehr geehrter Herr Mignoli,

wie Sie wissen ist die Baumaßnahme am Hirtwiesweg im Wesentlichen eine Maßnahme des Abwasserverbandes.

Wir wurden über das Vorhaben, eine zweite Baustraße einzurichten, in KW 35 informiert. Die Stadt Starnberg unterstützt selbstverständlich den Abwasserverband und die bauausführende Firma und hat deswegen die Zustimmung zur vorübergehenden Nutzung des städtischen Grundstücks erteilt – unter der Voraussetzung, dass die Information der Anwohner wie üblich über den Abwasserverband als Bauherr und die bauausführende Firma erfolgt.

Nach Aussage des Abwasserverbands wurde die erste Baustraße bereits vor längerer Zeit für die Anlieferung der Baustelle sowie die Zufahrtsmöglichkeit der Anlieger eingerichtet. Die zweite Baustraße wird nun aufgrund der örtlich schwierigen Gegebenheiten zusätzlich benötigt, um größeren Fahrzeugen die notwendige Anfahrt zur Baustelle zu gewährleisten. Die Anforderungen an den Verlauf der Baustraße hat die bauausführende Firma festgelegt. Auf Wunsch einer Anliegerin wird die genaue Lage der Baustraße von der Baufirma derzeit jedoch nochmals überprüft.

Das Grundstück, auf dem die zweite Baustraße errichtet wird, ist im Bebauungsplan als Geh- und Radweg festgesetzt. In der Begründung zum Bebauungsplan, welcher 2010 zuletzt geändert wurde, wird dargestellt, dass dieser Geh- und Radweg im Rahmen der Dorfentwicklung einen wichtigen Baustein für den Ausbau des vorhandenen Wegenetzes und dessen Anbindung an die umgebene Landschaft darstellt. Nach Fertigstellung der Baumaßnahme soll die Baustraße, die mit Kies angelegt wird, als Geh- und Radweg erhalten bleiben. Sie wird an den bestehenden Wendehammer anschließen, wodurch eine Anbindung an den Hirtwiesweg gegeben ist.

Die Kosten für die zusätzliche Baustraße trägt der Abwasserverband. Sie werden nicht auf die Anwohner umgelegt, da der Abwasserverband nach KAG abrechnet.

Für weitere Fragen und Auskünfte während der Baumaßnahme stehen den Anliegern das bauleitende Ingenieurbüro, die bauausführende Firma vor Ort und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung gerne zur Verfügung.“