Ende Januar hatte sich der Bauausschuss des Stadtrates noch positiv zu den Plänen einer Eigentümergemeinschaft gestellt, auf der Fläche an der Weilheimer Straße 27 bis 29 (ehemals „Waldhaus“) maximal 45 Wohneinheiten entstehen zu lassen. Die Stadträte sprachen sich damals unisono für den Versuch aus, den gültigen Bebauungsplan für ein solches Vorhaben zu ändern. Zunächst sollte aber mit den Fachbehörden gesprochen werden, bevor sich der Bauausschuss nochmals damit befassen wollte (siehe Wohnbebauung vorstellbar). Das Ergebnis dieser Gespräche mit den Fachstellen, wie dem Staatlichen Bauamt Weilheim, dem Abwasserzweckverband und der Unteren Naturschutzbehörde war allerdings eher ernüchternd. Wenn überhaupt, lässt sich auf dieser Fläche erst in etlichen Jahren in Starnberg so dringlich vermisster „bezahlbarer“ Wohnraum schaffen. Grund ist der Bau des B2-Tunnels bis 2026.

Wie Peter Meinert vom städtischen Bauamt den Räten des Bauausschusses jetzt berichtete, stehen zahlreiche Hindernisse im Weg. Weil die bisherige Zufahrt zum Grundstück von der Bundesstraße aus durch den Bau des Zulaufs zum südlichen B2-Tunnel-Portal an dieser Stelle entfallen muss, kann es nur eine Erschließung über die nahe Franz-Heidinger-Straße geben. Hierzu habe die Weilheimer Behörde jedoch mitgeteilt, dass in diesem Abschnitt in der Bauzeit des Tunnels mehrfach die Fahrspuren verlegt werden müssten. Laut Meinert kann mit einer Satzungserklärung für die nötige Bebauungsplanänderung erst gerechnet werden, wenn der Tunnelbau abgeschlossen und somit die Erschließung für das Wohnbaugebiet gesichert sei. Weiteres Hinderniss ist die Aussage des Abwasserverbandes, der einen Kanalneubau in der Franz-Heidinger-Straße für nötig hält, der ebenfalls  nicht während des Tunnelbaus in Betracht komme. Darüber hinaus verlange die Untere Naturschutzbehörde, dass für die nötige Abholzung des bis heute dort entstandenen Wäldchens ein ökologischer Ausgleich an Ort und Stelle zu schaffen sei, sagte Meinert.

Anton Summer (BMS) verlangte, „schon mit Blick auf die Wohnungsnot“ mit dem Verfahren fortzufahren. Iris Ziebart (FDP) fragte, ob staatliche Behörden zum Schadensersatz verpflichtet seien, wenn sie Pläne von Eigentümern unmöglich machten? Oder ob es eine andere Lösung für die Erschließung gebe? Darüber nachzudenken, hielt Stadtbaumeister Stephan Weinl grundsätzlich zwar für möglich, zeigte sich aber nicht optimistisch: „Wenn das Staatliche Bauamt Weilheim keine Ausnahme zur Veränderung der Planfeststellung für den Tunnel erteilt, können wir von der Stadt nichts machen.“ Ludwig Jägerhuber (CSU) plädierte dafür, „die Zeit zu nutzen, um die Planung schon zu erarbeiten“. Dann habe man Zeit gewonnen. Das fasste Jägerhuber in einen Antragstext. Weinl riet davon ab, dies zu befürworten: „Wenn es  um einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren geht, könnte sich die Rechtslage ändern. Der Bebauungsplan kann erst dann zur Satzung beschlossen werden, wenn der Tunnelbau abgeschlossen ist.“ Er riet, das Verfahren erst dann zu beginnen, wenn Weilheim die Zustimmung zu einer bestimmten Erschließungsvariante gegeben habe. Der Bauausschuss beschloss dennoch einstimmig, das Bebauungsplanverfahren auf der Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses für den Tunnel fortzusetzen.