Wie berichtet erteilt das Landratsamt der Stadt Starnberg, beziehungsweise deren Pächter, keine Baugenehmigung für den seit langem geplanten Kiosk im neuen Bürgerpark an Nepomukweg und Dampfschiffstraße (siehe Keine Parkplätze am Bürgerpark und Bauleitplanung für Kiosk). Hintergrund ist der Umstand, dass die Stadt für den Kiosk, der nicht nur Gastronomie innen sondern auch im Freien anbieten will, lediglich einen Stellplatz für den Kioskbetreiber ausweisen will. Der Stadtrat hat damit argumentiert, es gebe in der Umgebung ausreichend Parkplätze und der Park sei für Fußgänger und Radfahrer leicht ohne Auto erreichbar. Das Landratsamt bestand jedoch mit Hinweis auf die städtische Stellplatzsatzung und deren Vorgaben für Gastronomie darauf, entweder ausreichend Parkplätze auszuweisen oder einen Bebauungsplan zu erstellen, der den Verzicht regele. Das Verfahren für Letztgenanntes läuft. Im jüngsten Bauausschuss galt es, Anregungen der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange zum Entwurf abzuwägen.

Einwendungen waren einige vorgebracht worden. So wurde verlangt, es solle die Ruhe im Park im Vordergrund stehen, denn eine Gastronomie sei für Erholung nicht nötig. Die Stadt möchte jedoch die Attraktivität des Parks steigern. Andere Einwender zogen die Glaubwürdigkeit des Lärmgutachtens für den Kioskbetrieb in Zweifel oder sagten, es sei nicht realitätsnah, auf Stellplätze zu verzichten. Die Werft der Staatlichen Schifffahrt, die Nachbar des Bürgerparks ist, hat eingewandt, dass sich das Parkverhalten der Leute nicht über einen Bebauungsplan steuern lasse. Die Stadt will jedoch hier nach Eröffnung des Kiosks die Kommunale Verkehrsüberwachung einsetzen.

Der Entwurf für den Bebauungsplan muss mit den nötigen Änderungen nun nochmals öffentlich ausgelegt werden. Gegen diese Entscheidung stimmten Maximilian Ardelt (WPS), Otto Gaßner (UWG) und Gerd Weger (CSU).  Gaßner machten keinen Hehl aus seinen Gründen und ließ sie ins Protokoll aufnehmen: „Ich stimme dagegen, weil der Kioskbau meinen Gedanken zur Seeanbindung widerspricht.“ Er und die UWG-Fraktion hatten in der Vergangenheit stets dafür plädiert, auf der Fläche des heutigen Bürgerparks ein Hotel- oder sonstiges Projekt zu realisieren und/oder für die Finanzierung der Verlegung der Gleise am Seebahnhof mit Umgestaltung des Umfeldes (Seeanbindung) die vom Freistaat erworbene Parkfläche wieder zu versilbern.