Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine Umstufungsvereinbarung zwischen der Stadt Starnberg und dem Freistaat Bayern genehmigt. Darin geht es um die Umstufung eines Teils der Söckinger- und Andechser Straße (zwischen der Maxhofspange und der Einmündung am Durchstich der Söckinger zur Weilheimer Straße), der bisher Staatsstraße war, und ab der Verkehrsfreigabe der neuen Westumfahrung Ende dieses Jahres zur Gemeindestraße abgestuft werden soll. Bürgermeisterin Eva John wurde vom Rat bevollmächtigt, die Vereinbarung zu unterzeichnen. Gleichzeitig erhielt sie grünes Licht dafür, ein fachlich geeignetes Büro mit der Begutachtung des Straßenzustandes und -aufbaus zu beauftragen, denn es geht darum, welche Ausbaumaßnahmen vor der Übernahme der Verantwortung durch die Stadt noch nötig sind, wer die Kosten dafür trägt und sich um die Umsetzung kümmert. Eine solche Begutachtung wird zudem bei der Hanfelder Straße vorgenommen, die zum gleichen Zeitpunkt abgestuft wird, was aber schon 2013 mit dem Planfeststellungsbeschluss für die Westumfahrung verfügt worden war. Hier geht es um den Abschnitt zwischen der Waldkreuzung und dem Tutzinger-Hof-Platz,

Solche Abstufungsvereinbarungen sind zwischen bisherigem und neuem Straßenbaulastträger nötig. Man einigt sich dabei über den Istzustand, noch nötige Baumaßnahmen, damit die Stadt eine funktionierende Gemeindestraße übernehmen kann, gegebenenfalls auch über eine Ablöse, wenn sie den Zustand in Eigenregie verbessern muss. Was die Hanfelder Straße angeht, sind nach Feststellungen des Rathauses jetzt schon Verformungen und Straßenschäden offensichtlich. Hinsichtlich der Söckinger- und Andechser Straße hat die Regierung von Oberbayern die Umstufung 2017 genehmigt. Ein Termin für eine gemeinsame Augenscheinnahme ist jedoch trotz Fristsetzung durch die Stadt Starnberg nicht zustande gekommen. Auch in diesem Fall wird deshalb ein fachlich geeignetes Büro mit der Begutachtung beauftragt.

Laut John wird die Umstufungsvereinbarung öffentlich bekannt gegeben. Ludwig Jägerhuber (CSU) sprach von Straßen in „zum Teil sehr schlechtem Zustand“. Er forderte besonderes Augenmerk darauf zu legen, dass beide Abschnitte auch eine „ordentliche Straßenentwässerung“ bekommen.

Folge der Umstufung wird sein, dass die Stadt Starnberg ab der Inbetriebnahme der Westumfahrung Veränderungen an beiden Straßen vornehmen kann, zum Beispiel zur Verkehrsberuhigung, besseren Wegen für Fußgänger sowie Radfahrer. Erste Pläne dafür hatten Vorgängerstadträte schon vor Jahren überlegt. Die Umsetzung wurde aber auf die Zeit nach Eröffnung der Westumfahrung verschoben, die mehrfach zeitlich nach hinten verlegt werden musste. So war dieses Ereignis letztmalig auch schon für das diesjährige Frühjahr geplant gewesen, bis klar wurde, dass der Bypass zum Kreisverkehr an der Waldkreuzung (in der Verantwortung des Landreises) in Richtung Hadorf/Mamhofen nicht bis dahin fertig gestellt werden konnte. Das für den Bau von beiden Projekten zuständige Staatliche Bauamt Weilheim hat bisher noch keinen festen Eröffnungstermin für die Westumfahrung genannt.