Auf Antrag der Grünen hat Sarah Buckel, im Rathaus Starnberg zuständig für die Standortförderung und das Stadtmarketing, im vorletzten Hauptausschuss des Stadtrates einen Tätigkeitsbericht  für die Zeit zwischen August 2014 und heute gegeben. Ihre Aufgabenfelder umriss sie dabei mit Veranstaltungsmanagement, Wirtschaftsförderung, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Sie endete mit einem Ausblick auf die nächste Zeit. Demnach wird Starnberg noch in diesem Jahr Fair-Trade-Town, weil die Stadt inzwischen alle nötigen Kriterien dafür erfüllt (siehe Starnberg auf dem Weg zur Fair-Trade-Town). Man ist auf der Suche nach Räumlichkeiten für einen oder mehrere Pop-Up-Stores, was bedeutet, dass Läden, die ansonsten leer stehen würden, für relativ kurze Zeitspannen von bis zu vier Wochen an Künstler und Kreative  vermietet werden können. Noch in diesem Jahr soll die Homepage der Stadt laut Buckel auf Social Media online gehen. Im Dezember gebe es wieder den beliebten Christkindlmarkt, im Januar den Eiszauber, beides auf dem Kirchplatz.

Was das Veranstaltungsmanagement angeht, zählte die Stadtförderin neben dem jährlichen Eiszauber das heuer erstmals eingeführte Stadtfest für Kultur, Feiern und den Sport, das schon bekannte Drachenbootrennen, die Veranstaltung „Starnberg bewegt“ mit dem Marktsonntag und den Christkindlmarkt auf. Letztgenannter soll heuer durch Angebote des Vereins „Freunde von Dinard“ bereichert werden. Sie wollen Champagner aus Frankreich und Austern aus der Partnerstadt Starnbergs anbieten. Darüber hinaus unterstütze die Stadt auch private Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Französische Woche, die 2019 wie berichtet wieder stattfinden solle.

In der Wirtschaftsförderung hilft die Stadt bei der Entwicklung der Regionenmarke „StarnbergAmmersee“ und versucht den Einzelhandelsstandort Starnberg zu stärken. Zum Beispiel mit der Nikolausstiefelaktion, dem Weihnachtsbeleuchtungskonzept und den Wochenmärkten, die man noch mehr in den Fokus rücken möchte. Buckel kündigte Maßnahmen an, die dem schwächelnden Söckinger Wochenmarkt wieder zu mehr Frequenz verhelfen sollen. So könnte dieser zum Maibaum in der Ortsmitte  umziehen. „Ein innerstädtisches Fußgängerleitsystem ist in Arbeit und soll 2019 umgesetzt werden, wofür wir eine 60 prozentige Unterstützung aus der Städtebauförderung erhalten können“, so Buckel. Ob das so kommt, nachdem Otto Gaßner, UWG-Stadtrat, mit einer Stadtratsmehrheit vor kurzem dafür gesorgt hat, dass so schnell nicht an der Sanierung der Innenstadt weitergearbeitet werden kann (siehe Mehrheit blockiert Wiesengrund), steht in den Sternen. Gut voran kommt die Stadt jetzt beim geplanten flächendeckenden kostenlosen W-Lan-Netz in der Innenstadt. Zentrale Punkte sollen zunächst der Tutzinger-Hof-Platz, Kirchplatz und Bahnhof See werden. Dass man bereits seit drei Jahren daran arbeite, habe vor allem damit zu tun, dass „Deutschland diesbezüglich ein schwieriges Pflaster ist“. Inzwischen sei aber vom Freistaat  das „Bayern-W-Lan-Programm“ aufgelegt worden. Es konnte ein guter Kontakt zu dessen Förderzentrum aufgebaut werden, so Buckel. Das  habe zugesagt, in der Stadt zehn Standorte für Sendeeinrichtungen mit je 2500 Euro zu fördern, was die Kosten des Gesamtprojektes für Starnberg von 40000 auf 20000 Euro halbiert habe. Buckel hoffte, das W-Lan „in den nächsten Wochen frei schalten zu können“.

Bei der Öffentlichkeitsarbeit ging es um die Herausgabe von Informationsheften wie „Starnberg im Winter“, Stadtmagazin und mehr, was die Stadtratsmehrheit zwischenzeitlich ebenfalls unterbunden hat. Aber es geht auch um den Auftritt in Social Media und die Verwaltung der Plakat- und Transparentflächen im Stadtgebiet. Unter die Rubrik Kommunikation fallen die Unternehmertreffen, die Teilnahme am regelmäßigen Stammtisch der Citiyinitiative, dem Zusammenschluss der Starnberger Einzelhändler, und monatliche Jour-Fixe mit dessen Vorstand, genauso um die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaftfördergesellschaft des Landkreises „gwt“, die Vernetzung der Sachgebiete innerhalb des Rathauses und den regelmäßigen Austausch mit den Standortförderern des bayerischen Oberlandes.

Martina Neubauer (Grüne) betonte, das Flächenmanagement sei wichtig als Werkzeug gegen Leerstände. Darüber hinaus wünsche sie sich „einen starken Blick auf die Aufenthaltsqualität und Verkehrsleitung“. Die Grünen haben jedoch wie Gaßner kürzlich für die Vertagung aller Maßnahmen zur Beseitigung von Misständen in der Innenstadt gestimmt. Zu den Veranstaltungen meinte Neubauer: „Nice to have.“ Buckel widersprach: „Fakt ist, dass Starnberg wenig Leerstand hat. Läden ab 80 Quadratmeter Größe lassen sich meist sofort wieder vermieten, nur kleinere Einheiten stehen länger leer.“ Veranstaltungen seien sehr wichtig, denn „alles in der Stadt läuft über Events.“ Klaus Rieskamp (DPF) verlangte, Starnberg für neue Unternehmen attraktiv zu machen. Bürgermeisterin Eva John betonte, das geschehe bereits mit dem Angebot, das man in Schorn für Hochtechnologie mit der Erweiterung des dortigen Gewerbegebietes schaffen wolle. Darüber hinaus handele die Stadt investorenfreundlich, wenn es um das innerstädtische Gewerbegebiet gehe, arbeite gut mit der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises zusammen, wobei keiner dem anderen ins Handwerk pfusche. Als große Aufgabe für die Stadt bezeichnete es die Bürgermeisterin, „unsere Unternehmen durch die großen Baustellen der nächsten Jahre zu bringen“. Gemeint sind die Baustellen für den B2-Tunnel.

Der Ausschuss nahm den Bericht zur Kenntnis und beschloss einstimmig, künftig jedes Jahr einen Tätigkeitsbericht vom Stadtmarketing, gemeinsam mit der Cityinitiative, erhalten zu wollen.