Viel ist in der Vergangenheit gestritten worden darum, wie man in der Seestraße in Percha mit dem engen Straßenraum umgehen soll. Das Starnberger Rathaus wollte wie berichtet auf Grund von Bitten aus der Bevölkerung die Sicherheit von Fahrradfahrern erhöhen und hatte dort für eine Testphase auf der Südseite einen Fahrradschutzstreifen angelegt (siehe auch Percha: Ein Jahr Test in der Seestraße). Das bedeutete für etliche Anlieger, dass sie nicht mehr wie gewohnt entlang der Straße vor ihrer Haustür parken konnten. Zusätzlich erschwerte ihnen das Parken die Anordnung „Rettungsweg“ auf der Nordseite der Straße. Folge waren Auseinandersetzungen mit dem Rathaus in Starnberg und Beschimpfungen der Verantwortlichen. Gestern Abend hat der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität mit nur einer Gegenstimme beschlossen, aus der Seestraße eine „Fahrradstraße mit Kraftfahrzeugverkehr“ zu machen. Das bedeutet, Radler haben im Fall des Falles Vorrang, dürfen weder gefährdet noch behindert werden, Autos müssen auch mal hinter ihnen herfahren. Die Anordnung erstreckt sich zudem auf den Schiffbauerweg zwischen Würmstraße und Lüßbachweg. In der Seestraße soll „Rettungsweg“ künftig auf der Südseite gelten. Der dort aufgemalte Rad-Schutzstreifen wird beseitigt. Geparkt werden darf dann auf der Nordseite, so lange eine Straßenbreite von fünf Meter zum Durchfahren erhalten bleibt.

Viel Fahrradverkehr gibt es in diesem Bereich von Percha vor allem in den Sommermonaten. Ziel der Radler sind dann die Erholungflächen am Starnberger See in Percha und Kempfenhausen. Sport- und Alltagsradler sind aber das ganze Jahr unterwegs. Laut Bürgermeisterin Eva John erleidet mit dieser Festlegung der Fahrradstraße kein Verkehrsteilnehmer „einen besonderen Verlust“. Klaus Rieskamp (DPF) erinnerte daran, dass der Vorschlag von seiner Gruppierung gekommen sei, und kündigte seine Zustimmung an. Auf Winfried Wobbes (UWG) Einwand, dort führen doch gar nicht so viele Radler, erläuterte die Bürgermeisterin, dass man hier eine Lücke im Radwegnetz schließen wolle. Schließlich ende der Radweg entlang der Berger Straße abrupt an der Einmündung in die Seestraße. Sie warb für den vorgeschlagenen Kompromiss, der den Schutz der Radfahrer in den Vordergrund stelle. Franz Sengl (Grüne) sah in den Plänen den „richtigen Weg“, denn ohne Umbauten könne so mehr für Sicherheit und Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer getan werden. Die einzige Gegenstimme kam von Anton Wiesböck (FDP).