Renate Richter konnte gestern Abend vor dem Stadtrat die Tränen kaum hinunter schlucken. Unter der Rubrik „Bürger fragen“ wandte sie sich in verzweifeltem Ton an die Stadträte: „Sie schaffen mit der neuen Westumfahrung tolle Bedingungen für Autofahrer, aber verschlechtern die für Radfahrer“. Welche Angebote die Stadt künftig den Radlern, vor allem den Alltagsradlern außerhalb des Stadtgebietes machen wolle, fragte sie.

Bürgermeisterin Eva John berichtete von den neuesten Bemühungen des Rathauses, doch noch eine Lösung zu finden. Wie berichtet gibt es künftig für Radfahrer im Bereich von Gut Mamhofen keine Möglichkeit mehr, die dort vom Landkreis gebaute neue Straßen-Verbindung zwischen der Waldkreuzung und Einmündung in die neue Westumfahrung vor Hadorf sicher zu überqueren. Bisher hatten Radler aus Unering oder  Oberbrunn nur ein kurzes Stück auf der alten Staatsstraße zu überwinden um aus dem dortigen Waldweg  die Verbindung südlich des Gutes nach Hanfeld zu erreichen. Das wurde nun durch den Neubau des Landkreises gekappt. Außerdem soll auf dieser neuen Straße Tempo 100 möglich sein. Ein Queren für Radler oder Fußgänger wäre lebensgefährlich. Die Eigentümerin von Gut Mamhofen war nicht bereit gewesen, über die für den Straßenbau nötigen Flächen hinaus noch weitere für einen begleitenden Radweg zur Verfügung zu stellen. „Wir haben uns mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim und dem Landratsamt Starnberg auf eine zweigleisige Strategie geeinigt“, berichtete John in der Ratssitzung. Als Ersatz solle der besonders holprige Teil der Wegeverbindung zwischen Hadorf und Hanfeld mit einer wassergebundenen Wegdecke hergerichtet werden. Zudem erhalte das Stück zwischen der Waldkreuzung und der dortigen, dann zur Ortsstraße abgestuften Hanfelder Straße auf etwa 800 Meter Länge einen straßenbegleitenden Radweg. „Wir sind auch etwas unglücklich mit dieser Lösung, aber hoffen, dass sie vom Landkreis zügig realisiert wird“, sagte John und tröstete Richter: „Sie haben Verbündete im Stadtrat.“

Heute morgen hat das Rathaus zu dem Thema eine Pressemitteilung mit folgendem Inhalt übersandt:

„Westumfahrung: Sichere Wegeverbindung für Radfahrer

 

Durch die Verlegung der bisherigen Kreisstraße im Bereich von Gut Mamhofen und der damit entfallenden Radwegeverbindung von Hanfeld nach Oberbrunn sowie der Querverbindung von Hadorf zur Waldkreuzung besteht die Notwendigkeit der Neuordnung des Radwegnetzes in diesem Bereich. Um zum Zeitpunkt der Verkehrsfreigabe der Westumfahrung Ende November 2018 eine durchgehende Radwegeverbindung anbieten zu können, wurde von der Stadt Starnberg in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim und dem Landratsamt eine Zwischenlösung entwickelt.

„Zur Verkehrssicherheit der Radfahrer wird ein Teilstück des Geh- und Radweges zwischen Hanfeld und Hadorf mit einer wassergebundenen Decke ausgestattet, so dass auch für Alltagsradler ein vorläufiges Angebot gemacht werden kann“, so Erste Bürgermeisterin Eva John.

Voraussichtlich am 25.10.2018 baut die von der Stadt beauftragte Fachfirma das grobkiesige Teilstück des land- und forstwirtschaftlichen Weges für Radfahrer zwischen der Dorfstraße in Hadorf und dem Jägerweg in Hanfeld aus. In dieser Zeit ist dieser Bereich des Weges gesperrt, Radfahrer und Fußgänger können die gesperrte Stelle jedoch weiterhin passieren, allerdings müssen Radfahrer absteigen und ihr Rad schieben.

Im Rahmen der endgültigen Neuordnung des Radwegenetzes soll neben der Umfahrung Ober-/Unterbrunn bis zur Waldkreuzung ein neuer straßenbegleitender Radweg realisiert werden, der die Radfahrer dann ab der Waldkreuzung auf der abgestuften Hanfelder Straße weiter bis auf den Radweg zwischen Hanfeld und Hadorf leitet. Dieses Projekt wird vom Staatlichen Bauamt Weilheim und dem Landkreis Starnberg betreut.“

(Siehe auch John soll’s richten)