Mehrfach hatte der Stadtrat den Antrag von Angelika Kammerl (DPF)  und den Stadträten Thomas Beigel (CSU), Johannes Bötsch (BLS), Christiane Falk (SPD), Stefan Frey (CSU), Otto Gassner (UWG), Franz Heidinger (BLS), Patrick Janik (UWG), Sieglinde Loesti (DPF), Michael Mignoli (BLS), Martina Neubauer (Grüne) und Klaus Rieskamp (DPF) vertagt. In der jüngsten Sitzung wurde er dann doch beraten, aber nicht befürwortet. Die Antragsteller wollten alle Maßnahmen und Planungen, die Kosten von mehr als 20000 Euro verursachen, ab sofort nur noch vom Stadtrat entscheiden lassen und hatten verlangt, die Planungen für den Um- und Ausbau der Ludwigstraße und Josef-Jägerhuber-Straße einzustellen. Die finanzielle Situation der Stadt mache diesen Antrag nötig, begründete ihn Kammerl in der Sitzung des Stadtrates. Denn das Rathaus versuche immer wieder, neue Projekte anzufangen. Dabei habe sich die Stadt „mit dem schönen Seebad übernommen“. Man müsse den Haushalt auf solide Füße stellen, angesichts der drohenden Millionenbeträge für Seeanbindung und B2-Tunnel, von denen man nicht wisse, wie sie finanziert werden sollten. Deshalb wolle sie die „Bremse ziehen“.

Bürgermeisterin Eva John las aus dem Antrag etwas anderes heraus: „Sie wollen die Wertgrenzen, die in der Geschäftsordnung des Stadtrates geregelt sind – bis zu welchen Beträgen die Bürgermeisterin allein entscheiden kann –  nach unten verschieben.“ Was die Projekte angehe, könne Kammerl ihre Anliegen besser bei den nun beginnenden Haushaltsberatungen anbringen.

Günther Picker (WPS) hatte einen Hinweis an „die Opposition“: „Stellen Sie doch künftig rechtmäßige Anträge, damit die Sitzungen nicht zu lang werden. Die Verwaltung hatte in der Beschlussvorlage ausgeführt, dass ein Vorgehen wie von Kammerl beantragt, zu nicht mehr zu bewältigenden Tagesordnungen führen würde und eine Einschränkung der Entscheidungsbefugnis der Verwaltung rechtswidrig sei. “ FDP-Stadträtin Iris Ziebart mahnte: „Wir sollten uns im Dienste der Stadt verstehen. Es ist die Frage, ob es sinnvoll ist, die effiziente Arbeit der Verwaltung zu erschweren oder lahm zu legen. Das ist sicher nicht im Sinne der Bürger der Stadt Starnberg.“ Bei den angeblich „immer neuen Projekten“ handele es sich um Dinge, die schon Anfang der 2000er Jahre mit dem Rahmenplan vom gesamten Stadtrat beschlossen worden seien. „Da hinken wir dauern hinterher“, so Ziebart, „weil in Starnberg alles so schwierig ist.“ Alles mit diesem Kleinkrieg zu behindern sei nicht Auftrag des Stadtrates. Auf Vorschlag von Martina Neubauer (Grüne) sollen offene Fragen bei den Haushaltsberatungen geklärt werden. Josef Pfister (BMS) hatte kein Verständnis für Kammerls Antrag: Der Umbau der Kreuzung Josef-Jägerhuber-/Kaiser-Wilhelm-/Leutstettener Straße für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer sei ohnehin immer wieder verschoben worden. Das Gremium habe zuletzt nur eine provisorische Umsetzung beschlossen, um die Auswirkungen zu testen. Dabei gehe es nur  um das Aufbringen von Markierungen.

Mit 19:7 Stimmen sprach sich der Rat für den Vorschlag von Neubauer aus. CSU und DPF stimmten dagegen.