Der Bauausschuss des Stadtrates hat sich in seiner letzten Sitzung für die Herstellung eines barrierefreien Zugangs zur Kirche St. Stephan in Söcking sowie zum dazu gehörigen Friedhof ausgesprochen und entschieden, dass die dafür nötigen Finanzmittel in den Haushalt der Stadt für 2019 eingestellt werden.

Grundlage für die Überlegungen im Stadtbauamt war zunächst ein Antrag von CSU-Stadtrat Gerd Weger, der gebeten hatte, seine Vorschläge auf technische Machbarkeit und Gestaltung  zu prüfen, Kosten und mögliche Fördermittel zu eruieren sowie mit den Grundstücksnachbarn Grunderwerbsverhandlungen zu führen. Es stellte sich laut Bauverwaltung dabei aber heraus, dass man so zu keiner überzeugenden Lösung kommen werde. Die Stadt verhandelte selbst mit der Kirchenverwaltung Söcking sowie dem Landesamt für Denkmalpflege, denn Kirche, Kirchenmauer und Friedhof stehen unter Denkmalschutz. Derzeit ist die Anlage nur über zwei sehr steile Treppen erreichbar. Der Vorschlag der Verwaltung sieht nun den Bau einer Rampe samt Umgestaltung von Grünflächen vor der Kirchenmauer sowie Verlegung des angrenzenden Gehweges vor. Die Untere Denkmalschutzbehörde hat den Plänen zugestimmt. Teilweise steht der benötigte Grund und Boden im Eigentum der Stadt. Das Stadtbauamt stellte dem Ausschuss zwei mögliche Varianten vor:

  • Die Rampe hätte eine Länge von 30 Meter und ein Gefälle von 6 Prozent, wäre also hinsichtlich der Barrierefreiheit DIN-gerecht. Kosten geschätzt 290000 Euro. Dazu müsste die Stadt etwa 25 Quadratmeter Grund erwerben.
  • Hier wäre die Rampe 20 Meter lang, das Gefälle betrüge 9,7 Prozent, es gäbe zwei Zwischenpodeste. Die Kosten betragen geschätzt 260000 Euro. Grunderwerb ist nicht nötig.

Die Diözese Augsburg hat finanzielle Unterstützung von zehn Prozent der Kosten in Aussicht gestellt. Städtebaufördermittel könnten laut Stadtbauamt beantragt werden, wenn in Söcking ein Sanierungsgebiet zur Beseitigung städtebaulicher und sonstiger Missstände vom Stadtrat beschlossen würde, was inzwischen erfolgt ist.

Christiane Falk (SPD) dazu: „Aus haushaltstechnischen Gründen muss ich da die Bremse reinhauen. Das ist eine viertel Million. Für mich steht der Schulweg in Söcking an erster Stelle. Wir können das höchstens in die Haushaltsberatungen aufnehmen.“ Weger warb dagegen um Unterstützung: „Die Kirche ist ein wichtiges Gebäude für die Bevölkerung und ein Wahrzeichen von Söcking. Beide Kirchen nutzen das Gotteshaus, das so mit Leben erfüllt ist und für viele kirchliche Feste, Taufen und Hochzeiten gebraucht wird.“ Er plädierte dafür, dass das Projekt „Eingang in den Haushaltsentwurf“ finden solle, schon auch, weil die Verwaltung da viel Herzblut reingesteckt habe. Sein Favorit sei die längere Rampe, so Weger, der bat, die betroffenen Privateigentümer in das Projekt einzubeziehen. Josef Pfister (BMS) wollte sich mit Blick auf offene Fragen hinsichtlich der staatlichen Förderung noch nicht auf eine Variante festlegen. „Flexibel bleiben“ wünschte sich auch Ludwig Jägerhuber (CSU): Damit man umschwenken könnte, wenn die bessere Lösung sich nicht realisieren lasse.

Der Ausschuss bevorzugte in seinem Beschluss die DIN-gerechte Variante, sagte aber gleich: Wenn diese sich nicht realisieren lasse, sollte die längere Rampe zum Zug kommen. Die Finanzmittel seien in den Haushalt 2019 einzustellen.