Einmal mehr hat Bürgermeisterin Eva John einen Beschluss des Stadtrates beanstandet und um eine andere Sachbehandlung gebeten. Es ging um die Forderung aus der Sitzung vom 1. Oktober 2018, die Bürgermeisterin müsse eine Liste der von ihr getroffenen dringlichen Anordnungen vorlegen und solche in Zukunft in anderer Form bekannt geben (siehe Stadtrat: Fünf Punkte vertagt). So hatten die Stadträte die Behandlung als eigenen Tagesordnungspunkt mit Aktenzeichen, eine Sachverhaltsdarstellung, die Behandlung des Tagesordnungspunktes mündlich mit Beschlussfassung, Niederschrift und Dokumentation im Datennetz des Rathauses verlangt. Schon damals hatte John es als „Missverständnis“ bezeichnet, wenn der Rat meine, er müsse über ihre dringlichen Anordnungen nachträglich beschließen. Dies dennoch so festzulegen sei rechtswidrig und erfordere einen neuen Beschluss. Der vom Monatsanfang müsse aufgehoben werden. Alle anderen Forderungen könnten dagegen umgesetzt werden, was in einem neuen Beschluss festzulegen sei.

Vizebürgermeister Klaus Rieskamp (DPF) verlangte erneut die Liste über Johns dringliche Anordnungen, die er der Rechtsaufsicht im Landratsamt übergeben wolle. Darin sah John kein Problem. Rieskamp will auch die Haltung der Bürgermeisterin von der Rechtsaufsicht geprüft wissen. John berichtete aber, das Rathaus sei bereits in Abstimmung mit der Rechtsaufsicht und hoffe, dessen Stellungnahme dem Rat im November vorlegen zu können. Sie verwahrte sich gegen Rieskamps Unterstellung, sie betreibe mit dringlichen Anordnungen das „Aushebeln der Beschlüsse des Stadtrates“. „Das ist eine böse Unterstellung“, so John. Mit 20:6 Stimmen folgte das Gremium ihrem Beschlussvorschlag, hob die alte Entscheidung auf und beschloss die Vorgaben neu, unter Weglassung der Erfordernis nachträglicher Stadtratsbeschlüsse.