Der Bauausschuss des Stadtrates hat mit der Mehrheit von CSU, UWG, Grünen, SPD, DPF und BLS jegliche weitere Bebauung im Park der Lenbach-Villa im Gebiet der Prinz-Karl-Straße abgelehnt. Laut Peter Meinert vom Stadtbauamt umfasst die Grünfläche 14000 Quadratmeter, grenzt im Norden an Landschaftsschutzgebiet, und es handelt sich um einen Hang. Die Eigentümer hatten eine Konzeptstudie vorgelegt, die drei mögliche Bebauungsvarianten untersucht hatte – mit Reihenhäusern, Einzelhäusern oder Doppelhäusern. In der vorangegangenen Ausschusssitzung hatten die Fraktionen zunächst um Bedenkzeit gebeten und wollten zunächst intern beraten.

Iris Ziebart (FDP), deren Fraktion sich eine zusätzliche Bebauung mit Reihenhäusern vorstellen konnte, wenn der Parkteil unterhalb der Villa unangetastet bliebe, argumentierte, dies sei die platzsparendste Variante, die zudem den Baumbestand schone. Sie liebäugelte einmal mehr mit der Möglichkeit, dass man dann einen Gehweg entlang der Josef-Fischhaber-Straße hinter der ersten Baumreihe für das betroffene Bebauungsplangebiet erreichen könne. Für Gerd Weger (CSU) stand dagegen im Vordergrund, die Grünzüge in der Stadt zu erhalten. Den Eigentümern, einer Erbengemeinschaft, seien schon viele Zugeständnisse gemacht worden. Die Stadt sei schlecht beraten, wenn sie hier weitere Bebauung zulasse. Auch der Stadtentwicklungsplan habe diese Fläche frei halten wollen. „Wir brauchen den Baumbestand für die Ökologie“, mahnte Weger. WPS-Chef Günther Picker wollte jedoch dem Antrag der Eigentümer auf Änderung des Bebauungsplanes zustimmen. „Der Kleinkrieg mit ihnen zieht sich schon lange hin“, fand er. Es sei an der Zeit einen Kompromiss zu finden und damit die Auseinandersetzung zu beenden. Ludwig Jägerhuber (CSU) fand es jedoch „hahnebüchen“, von einem Kleinkrieg zu sprechen. Auch seien den Bauwerbern schon 2013 zwei zusätzliche Gebäude an der Lenbachstraße genehmigt worden. Der Stadtentwicklungsplan solle, wie es sein Name sage, bis 2025 – „Starnberg 2025“ hatte der Arbeitstitel geheißen – gelten, und hier gehe es um eine schützenswerte innerstädtische Grünfläche. Christiane Falk (SPD) schloss sich der CSU an.

Angelika Kammerl (DPF), die sich in der schriftlichen Stellungnahme ihrer Fraktion aufgrund des großen Wohnraumbedarfs noch eine moderate Bebauung hatte vorstellen können, wenn auch der Denkmalschutz zustimme, schwenkte nun um: „Man sollte Abstand nehmen von Bebauung, sonst haben wir irgendwann keinen Grüngürtel mehr.“ Josef Pfister (BMS) stimmte für seine Fraktion dem Bebauungsplanänderungswunsch zu: „Natürlich ist der Park schön. Aber wir müssen auch in die Zukunft schauen. Hier geht es nicht um den Stadtrand, sondern um Innenstadt. Überall rundum wird gebaut.“ Die Änderung der Bauleitplanung sei die einzige Chance, einen Teil des Parkes zu bewahren und ansonsten in diesem Bereich etwas zu regulieren, so Pfister. Das Angebot der anwesenden Eigentümer, etwas zu erläutern, schlug die obige Mehrheit aus. Wegers Antrag, keine weitere Bebauung zuzulassen, erhielt von den Mehrheitsfraktionen die Zustimmung (7:5). FDP, BMS, WPS und die Bürgermeisterin stimmten dagegen. (Siehe auch Fraktionen sollen diskutieren)