Zu einer längeren Debatte ist es in der Bauausschusssitzung über dringend nötige Brandschutzmaßnahmen am Rathaus gekommen. Insbesondere Christiane Falk (SPD) und Angelika Kammerl (DPF) hatten versucht, die Entscheidung nochmals auf die lange Bank zu schieben. Sie wollten sich zuerst mit eigenen Augen davon überzeugen, dass im Bericht über die Feuerbeschau auch tatsächlich steht, dass in dem aus den Jahren 1890/1972 und 1992 erbauten Gebäude neue Brandschutztüren und eine flächendeckende Brandmeldeanlage nachgerüstet werden müssen. Dass das Rathaus allgemein dringendst saniert werden sollte, ist schon seit mehr als zehn Jahren bekannt. Noch unter Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger waren deshalb erste Überlegungen angestellt worden, ob ein Rathausneu- oder -anbau sinnvoll sei, zumal auch Raumnot herrschte. Dazu aufraffen konnten sich die Stadträte jedoch nie, stellten dieses Projekt vielmehr immer wieder hintenan.

Christina Frei vom städtischen Hochbauamt hatte im Herbst 2017 schon die Maßnahmen aufgelistet, die dringend erforderlich sind. Zur gleichen Zeit fand eine Feuerbeschau statt. Die entsprechende Niederschrift dazu verlangte laut Bürgermeisterin Eva John, zur Sicherheit von Mitarbeitern und Besuchern die Rettungswege zu ertüchtigen, vordringlich neue Brandschutztüren zum Fluchttreppenhaus als erstem Rettungsweg einzubauen. Bisher gibt es an der Stelle nur Drahtglastüren, die eine schnelle Verrauchung des Treppenhauses im Brandfall nicht verhindern können. Damit eine Frühalarmierung und schnelle Evakuierung möglich ist, verlangen die Experten zudem die Nachrüstung einer Brandmeldeanlage samt Sicherheitsbeleuchtung. John gab die Kosten insgesamt mit geschätzt 200000 Euro an. Sie plädierte dafür, die Maßnahmen auf jeden Fall im kommenden Jahr (2019) umzusetzen. Kammerl hatte aber beantragt, diesen und  noch drei weitere Tagesordnungspunkte so lange nicht zu beraten, bis der städtische Haushalt 2019 fertig aufgestellt sei. Falk wollte ebenfalls nicht in die Beratung einsteigen, sondern zuvor das Protokoll der Feuerbeschau einsehen und eine Liste vorgelegt bekommen, in der nötige Maßnahmen mit Einzelkosten aufgeschlüsselt werden. Entschieden werden solle dann in den Haushaltsberatungen. Der ist für solche Beschlüsse in Bausachen aber laut John nicht zuständig. Außerdem war John der Ansicht, die beiden Maßnahmen seien ausreichend beschrieben. „Dann legen Sie es eben im nächsten Bauausschuss vor“, so Falk. Iris Ziebart (FDP) hielt ihr vor: „Wir können immer noch weitere Runden drehen, aber es wird nichts anderes rauskommen. Ich kann diese Absicht nicht nachvollziehen. Das ist doch notwendig für die Sicherheit der Mitarbeiter im Rathaus.“ Und was neue Listen angehe: „Wir haben doch alle genug zu tun.“ John mahnte: „Wenn wir das Rathaus brandschutztechnisch auf den gültigen Stand der heutigen Technik bringen, dann kostet das 2,2 Millionen Euro. Das hier ist das Mindeste vom Mindesten was wir den 80 Beschäftigten schuldig sind.“ Dem stimmte auch Josef Pfister (BMS) zu und meinte: „Es ist höchste Eisenbahn. Die 200000 Euro sind Peanuts im Vergleich zu dem was nötig wäre.“

Genauer erläuterte es Ludwig Jägerhuber (CSU): „Der erste Fluchtweg ist das Treppenhaus und das hat keine Brandschutztüren. Der zweite Fluchtweg ist gegeben, wenn die Feuerwehr anleitert. Der Aufzug zum Foyer darf im Brandfall nicht benutzt werden.“ Die beiden Maßnahmen seien das Minimum, was man machen müsse. In der Alten Oberschule habe ein solcher Betrag nicht einmal für eine Fluchttreppe nach außen gereicht.

Sie sei nicht gewillt nach dem Motto „Vogel friss oder stirb“ zu entscheiden, und wolle auch zuerst das Protokoll sehen, verlangte aber Kammerl. Günther Picker (WPS) kündigte dagegen die uneingeschränkte Zustimmung seiner Fraktion an, wollte in den Beschluss jedoch das Wort“schnellstmöglich“ aufgenommen wissen, denn seiner Ansicht nach sind auch Stadträte in der Haftung, sollte es ohne die entsprechenden Vorkehrungen getroffen zu haben zu einem Brand kommen. Er bat um „dringendste Unterstützung und namentliche Abstimmung“.

Der Beschluss umfasste dann den Auftrag an die Verwaltung, die beiden Maßnahmen schnellstmöglich in einem Kostenrahmen von 200000 Euro umzusetzen, den Auftrag vor der Vergabe nochmals dem Bauausschuss vorzulegen und den Stadträten Akteneinsicht in die Niederschrift über die Feuerbeschau zu gewähren. An jeden Stadtrat herausgeben wollte die Bürgermeisterin die Niederschrift vor dem Hintergrund mehrfacher Indiskretionen nicht. Für die Akteneinsicht stimmten alle Stadträte, gegen die Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen Falk und Patrick Janik (UWG).