Einstimmig hat der Bauaussschuss die Bauverwaltung im Rathaus beauftragt, einen Auslobungstext für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie auszuarbeiten, mit deren Hilfe untersucht werden könnte, wie sich der Platz vor der Stadtbücherei samt den Zugängen zu dieser und zum Vogelanger sowie zu Rathaus und Schlossberghalle nicht nur so umgestalten ließe, dass das schöne alte Gebäude besser zur Geltung komme sondern obendrein alle Gebäude barrierefrei erreichbar sind. Das hatte im Frühjahr auch schon Otto Gaßner (UWG) angeregt, der davon jetzt aber nichts mehr wissen wollte. Anlass für Gaßners Forderung, über den Platz nachzudenken, war die Genehmigung des Neubaus Hauptstraße 12, der wie berichtet wegen seines „goldenen“ Daches teilweise umstritten war (siehe auch Mehrheit für Haus mit “goldenem” Dach und Lange Debatte wegen goldenem Dach).

Stefanie Fritz vom Stadtbauamt empfahl es als Chance zu sehen, dass der Platz im Rahmen des Neubauprojektes der Hausnummer 12 noch einmal im Gesamten betrachtet werden könne. Finde die Stadt ein barrierefreies Konzept, das zu ihrem ohnehin bestehenden Innenstadtkonzept passe, habe die Regierung von Oberbayern mündlich sogar staatliche Fördermittel zugesagt. Bürgermeisterin Eva John bezifferte die Kosten für die Studie mit 20000 Euro gesamt, wovon die Stadt vermutlich nur 8000 Euro selbst bezahlen müsse. „Wir brauchen und wünschen externen Sachverstand“, sagte sie. Angelika Kammerl (DPF) fand das alles aber  „vollkommen daneben“. Die Stadt habe genug andere Aufgaben, wie Seeanbindung, Bahnhof See und Bayerischen Hof, und überhaupt, bei der Haushaltslage 2019 sei das „etwas gewagt“. Schließlich befinde sich der Platz nicht in einem katastrophalen Zustand und „die Barriere ist nun mal so“. Man hätte ja das Centrum kaufen können. Das hatte sie wie berichtet beantragt, eine Stadtratsmehrheit aber abgelehnt. John erinnerte dagegen an Gaßners Anregungen für diesen und andere Plätze, zum Beispiel in Söcking und sagte: „Beim Vorplatz des Alten Rathauses geht es um die gemeinschaftliche Lösung, die die Bauwünsche der Nachbarn einbezieht. Der Umbau soll ja gar nicht 2019 erfolgen.“ Dass das Tätigwerden jetzt dringlich sei, unterstrich Iris Ziebart (FDP), denn auf Hausnummer 12 werde demnächst der Neubau entstehen. „Die Idee der Barrierefreiheit halte ich übrigens für sehr dringend“, fügte sie noch an.

Ludwig Jägerhuber (CSU) wollte jedoch zuerst noch mit dem chinesischen Käufer des Centrum verhandeln, ob dort nicht wie früher über den vorhandenen Aufzug ein Zugang zum Rathaus möglich sein könnte. „Wir haben das nie im Kreuz, diesen Platz neben allen anderen Aufgaben der Stadt umzugestalten und brauchen deshalb jetzt auch keinen Plan“, lehnte er die Studie ab, war aber doch dafür, mit dem Bauherrn der Hauptstraße 12 eine bessere Treppenlösung hinauf zum Vogelanger „hinzubringen“. Annette von Czettritz (Grüne) plädierte dafür, „zumindest die Ränder betrachten und die weitere Entwicklung der Innenstadt einbeziehen“. Gerd Weger (CSU) sah keine Notwendigkeit für die Studie. Sollte sie aber in Auftrag gegeben werden, dürften nicht wieder Utopien wie ein frei stehender Aufzug diskutiert werden.

„Ich habe keine Machbarkeitsstudie beantragt. An eine grundlegende Umgestaltung des Platzes ist erst zu denken, wenn der B2-Tunnel in Betrieb ist“, meldete sich Gaßner zu Wort. Für ihn sei der erste Schritt, mit den privaten Nachbarn des Alten Rathauses zu sprechen. „Ich habe Ihre E-Mail so interpretiert, dass wir Möglichkeiten aufzeigen sollen, wo es überhaupt hingehen kann“, hielt ihm die Bürgermeisterin entgegen. Er sei nur einverstanden, wenn die Studie nicht vergeben werde, sagte Gaßner. Christiane Falk (SPD): „Der Vorschlag der Verwaltung kugelt mir den halben Arm aus, wo Herr Gaßner nur den kleinen Finger gereicht hat. Die Verwaltung ist überlastet und wir haben kein Geld. Die Verwaltung sollte erst mal nur einen Auftragstext formulieren.“ John warnte die Stadträte davor, das Rathaus arbeiten zu lassen, in der Absicht, am Ende doch abzulehnen. Einstimmig beschlossen wurde dann Folgendes: Es wird mit den Nachbarn gesprochen. Die Studie zur Neugestaltung des Vorplatzes und zur barrierefreien Verbindung zum Rathaus soll nach den von Stadtrat Gaßner genannten planerischen Aufgaben erstellt werden. Die Verwaltung entwerfe den Auslobungstext und lege diesen dann dem Bauausschuss zur Freigabe vor.