Etwas mehr als 91 Jahre alt ist Karl Knötig geworden. Am 16. November 2018 ist er verstorben. Sein Engagement gehörte der Förderung des Tourismus in Südtirol, zunächst insbesondere für die Jugend, dem Erhalt alter Bausubstanzen dort, aber genauso seiner Heimatstadt Starnberg. Hier war er in den 80er Jahren Stadtrat, Kulturreferent und zeitweise Dritter Bürgermeister. Vor der Gebietsreform 1978 hatte er sich viele Jahre schon als Gemeinderat in Söcking engagiert.

Sein Geburtsort war Sandhübel in Sudetenschlesien. Von Beruf war Knötig zu Anfang Journalist und arbeitete mehrere Jahre für Tageszeitungen in der Bundesrepublik Deutschland. Er übernahm Vorsitze in Vorständen von Jugendverbänden und wurde Mitglied im Beirat von Landes- und Bundesministerien. Ab 1955 hat der damals junge Familienvater ehrenamtlich Zeltlager für Kinder in Eppan (Südtirol) organisiert. Dort baute er zusammen mit seiner Frau Adele ein Ferienheim auf, pachtete in der Folge weitere Betriebe oder renovierte leer stehende Schlösser, um daraus Jugendunterkünfte zu machen. Knötig hatte sich zum Fachmann auf dem Gebiet des deutschen Jugend- und Sozialtourismus entwickelt und gründete die Ferienheim-Verwaltungs GmbH. Als immer mehr Unternehmen und Verbände mit ihm zusammenarbeiten wollten, wurde der Reiseveranstalter „Südtiroler Ferienwerk“ aus der Taufe gehoben. 1960 verlegte das Ehepaar den Firmensitz nach Starnberg und erweiterte die Angebote auf den gesamten Alpenraum. In Starnberg wurde am 11. Dezember 1961 die „alpetour Touristische GmbH“ gegründet. Sie wird heute von Knötigs Söhnen weitergeführt und hat ihren Sitz an der Ecke Josef-Jägerhuber-/Leutstettener Straße. Knötig baute eigene Hotels, aber sein besonderes Meisterstück war ab 1965 die  Umwandlung der aus 1858 stammenden Ruine Sonnenburg im Pustertal in Südtirol in das renomierte „Hotel Schloss Sonnenburg“, das 1971 in St. Lorenzen eröffnet wurde. Ein Wanderführer hatte sie „die Akropolis des Pustertals“ genannt, was Knötigs Interesse weckte, diesen „Schutthaufen“ zu neuem Leben auferstehen zu lassen. Für Karl Knötig war das immer nur „Der Platz“. Geehrt wurde der Unternehmer aus Starnberg 1972 mit der Goldmedaille „Benemerito del Lavoro e del Turismo“, bekam 1975 den Bayerischen Verdienstorden und 1984 den Tiroler Adler-Orden in Gold. Die Südtiroler Landesregierung hat ihm im Jahr 2000 eine Medaille im Bereich der Bau- und Kunstdenkmalpflege für die Arbeit an der Sonnenburg verliehen. Nachlesen kann man das, vor allem aber die Geschichte der Sonnenburg,  in einem Buch, für das Knötig noch einmal zur Feder gegriffen hatte, was er 2009 der Öffentlichkeit präsentierte: Karl Knötig „Sonnenburg“, Verlag Amalthea, ISBN 3-85002-514-4. Es dokumentiert nicht nur seine Arbeit an der Sonnenburg, sondern auch die der Archäologen, denen er vor dem Neuaufbau umfangreiche Forschungen ermöglicht hatte.

Sich über materielle Dinge hinaus auch noch  um Anderes zu kümmern, war für den Verstorbenen zu Lebzeiten „eine Frage der Ehre“. Die komme in unserer Welt etwas zu kurz, hatte Karl Knötig bei der Buchpräsentation gesagt. Dazu gehöre, sich verantwortlich zu zeigen für die Dinge, „die einem aufgetragen sind“. In diesem Sinn hat auch Starnberg von seinem Wirken profitiert.

Der Trauergottesdienst für Karl Knötig findet am Samstag, dem 24. November 2018 um 11 Uhr in der Söckinger Kirche Sankt Ulrich statt, die Beisetzung anschließend im Gemeindefriedhof in Söcking. Die Familie bittet von Beileidsbezeigungen am Grab Abstand zu nehmen.