Das Gebiet östlich von Starnbergs Ortsteil Hanfeld ist nördlich der Verbindungsstraße Hanfeld-Mühlthal durch große Kies- und Sandlagerflächen, auf denen auch andere Baumaterialien lagern sowie Lkw-Anhänger abgestellt sind, sowie auf der Südseite der Straße durch eine alte, nicht rekultivierte Kiesgrube und landwirtschaftlich genutzte Flächen gekennzeichnet. Die Lagerflächen nördlich der Straße hätten ursprünglich bis Ende 2012 rekultiviert werden müssen, was dann aber duch den Antrag des Starnberger Erdtransportunternehmers auf Genehmigung der Lagerflächen und einen weiteren Antrag auf Bau eines Solarparks aufgehalten wurde. Aus dem Solarpark wurde nichts. Der Flächennutzungsplan bezeichnet die südlich gelegene Fläche in einem Teilbereich als „Kiesgrube zu rekultivieren.“ Im Rathaus war jetzt ein Antrag eingegangen, diese alte Kiesgrube erst später zu verfüllen, aber den Kiesabbau neu aufzunehmen, und zwar im Bereich der südlich und östlich angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen. Für Abbau und Wiederverfüllung sollen 22 Jahre Zeit bleiben. Insgesamt geht es um 6,6 Hektar. Die Stadt Starnberg musste Stellung nehmen. Die Entscheidung über den Antrag trifft das Landratsamt Starnberg als Untere Abgrabungsbehörde.

Der Kiesabbau gilt als privilegiertes Vorhaben, und ist demnach zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die Erschließung gesichert ist. Letztgenanntes ist der Fall. Ob öffentliche Belange entgegenstehen, muss die Kreisbehörde prüfen, denn der Bereich ist Teil des geplanten Wasserschutzgebietes Königswiesen, Zone III A. Das Stadtbauamt hatte dem Bauausschuss empfohlen, dem Antrag das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern, weil ein neuerlicher Kiesabbau den Vorgaben des Flächennutzungsplans widerspreche.

Das sah die Mehrheit der Stadträte nach der Diskussion anders. So hatte Ludwig Jägerhuber (CSU) geraten, politisch „ja“ zu sagen und zu sehen, was im Verfahren die Behörden dazu sagen. Otto Gaßner (UWG) deutete die Aussage des Flächennutzungsplans auf seine Weise: „Das bedeutet, man kann Kies abbauen und muss danach rekultivieren.“ Nur Maximilian Ardelt und Günther Picker (beide WPS) stimmten dagegen (10:2), weshalb das gemeindliche Einvernehmen nun als erteilt gilt. Wie es weiter geht, ist Sache der Kreisbebehörde.