Alle freuen sich auf die Freigabe der neuen Westumfahrung für die Stadt Starnberg sowie der verlegten und ertüchtigten Verbindung von der Waldkreuzung über Mamhofen zum nördlichen Startpunkt der Westumfahrung. Doch nun haben sich das Staatliche Bauamt Weilheim und die Stadt Starnberg gegenseitig ordentlich Wasser in den Wein gegossen, was sehr an die Ereignisse im Vorfeld des Spatenstichs für das Projekt B2-Tunnel im Juli dieses Jahres erinnert (siehe “Festtag” oder “schwarzer Tag”? und Spatenstich – ausgepfiffen). So wird nun getrennt gefeiert. Die Stadt, die Bauherr der Westumfahrung ist, richtet ein Bürgerfest am Samstag, dem 1. Dezember 2018 ab 13 Uhr aus, das Staatliche Bauamt eröffnet in einem eigenen Termin am Montag, dem 3. Dezember 2018, neben der Westumfahrung die neue Verbindungsstraße von der Waldkreuzung zum nördlichen Beginn der Umfahrung, die im Auftrag des Landkreises gebaut worden ist.

Bekannt geworden ist der Streit durch eine Pressemitteilung der Weilheimer Behörde, auf die die Stadt Starnberg inzwischen mit einer eigenen Mitteilung reagiert hat. Lokales-aus-Starnberg hat inzwischen beim Leiter des Staatlichen Bauamtes, Uwe Fritsch, nachgefragt, in welchen Punkten sich die Vorstellungen von den Eröffnungsfeiern gegenüber denen der Stadt unterschieden haben, ob es mehr Gründe für die Absage gibt als die der Stadt vorgeworfene mangelnde Abstimmung, und warum die Absage erst bekannt gegeben worden sei, nachdem die Stadt die Einladungen bereits gedruckt und Vorbereitungen für das Fest getroffen hatte.

Hier die Antwort: „Den Aussagen der Pressemitteilung ist nichts hinzuzufügen. Eine Veröffentlichung war erforderlich um klarzustellen, dass diese Einladung – trotz Verwendung von staatlichem Hoheitszeichen und Nennung meines Namens – vor Versand nicht mit dem StBA WM abgestimmt war und in dieser Form auch keine Zustimmung gefunden hätte.“

Ein Grund ist vielleicht die stark vereinfachte Grafik des Straßenplanes auf der städtischen Einladungskarte. Sie enthält zwei Fehler: Am Kreisverkehr Söcking ist ein Ast eingezeichnet, den es nicht gibt, und bei Hadorf steht „Kreisverkehr Hadorf“, obwohl dort nur eine normale Kreuzung der Westumfahrung mit der Straße Hadorf-Hanfeld vorzufinden ist.

Beide Pressemitteilungen stellt Lokales-aus-Starnberg an dieser Stelle seinen Lesern bereit.

Staatliches Bauamt Weilheim:

„Staatsstraße 2069
Westumfahrung Starnberg und Ausbau bei Mamhofen: Verkehrsfreigabe durch das Staatliche Bauamt Weilheim am 3. Dezember 2018

Am Montag, 3. Dezember 2018 um 11 Uhr ist es so weit: das Staatliche Bauamt Weilheim wird für die Westumfahrung Starnberg und den Ausbau bei Mamhofen den Verkehr freigeben.

Die bauliche Fertigstellung der neuen 5,9 Kilometer langen Staatsstraßenverbindung zwischen dem Kreisverkehr „Waldkreuzung“ und dem bereits fertig gestellten Kreisverkehr bei Söcking steht unmittelbar bevor. Bestandteile der neuen Staatsstraße 2069 sind die Westumfahrung Starnberg, welche in kommunaler Sonderbaulast realisiert wurde, und der bestandsorientierte Ausbau der bisherigen Kreisstraße STA 3 bei Mamhofen in Regelbaulast durch den Freistaat Bayern.

„Das Staatliche Bauamt Weilheim hat das Projekt von den ersten Planungsschritten über die Ausführungsplanung und Ausschreibung bis hin zur Bauabwicklung vollumfänglich betreut und gesteuert. Beitrag der Stadtverwaltung Starnberg war lediglich der Grunderwerb für das Teilprojekt „Westumfahrung Starnberg“, erklärt Behördenleiter Uwe Fritsch. Von den Gesamtkosten der neuen Staatsstraße (Westumfahrung Starnberg + Ausbau bei Mamhofen) in Höhe von rund 16,1 Mio. Euro trägt der Freistaat Bayern mit rund 13,5 Mio. Euro (=84%) den Löwenanteil.

 „Vor diesem Hintergrund war zunächst eine „Feierliche Verkehrsfreigabe“ unter Federführung des Staatlichen Bauamts mit anschließendem Bürgerfest der Stadt Starnberg als gemeinsame Veranstaltung am Samstag, den 1.12.2018 geplant. Die Einweihungsfeier der Stadt und Verkehrsfreigabe durch das Staatliche Bauamt finden nun jedoch getrennt statt. An der Einweihungsfeier der Stadt wird sich der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt, nicht beteiligen“, so Fritsch weiter.

„Wir bedauern das. Jedoch vermissen wir seitens der Stadt insoweit jegliche partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der staatlichen Seite. Befremdlich ist, dass die Stadtverwaltung nun im Alleingang und ohne Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt eingeladen hat. Mehrmalige Versuche, eine gemeinsame Abstimmung herbeizuführen, wurden ignoriert; ebenso die Ankündigung, dass das Staatliche Bauamt sich unter diesen Umständen nicht beteiligen werde. Schließlich wurde auch eine vorherige letztmalige Aufforderung, die Hoheitszeichen des Freistaats Bayern sowie die amtsseitig zur Verfügung gestellte Adressliste für den Versand der (ursprünglich gemeinsam geplanten) Einladung nicht zu verwenden und die Beteiligung des Staatlichen Bauamts zu streichen, ignoriert. Das ist in dieser Art und Weise völlig unüblich und seitens des Staatlichen Bauamts auch nicht akzeptabel“ führt Fritsch aus.

Das Staatliche Bauamt Weilheim sieht deshalb von einer Teilnahme an der Samstagsveranstaltung ab und wird die neue Staatsstraßenverbindung am Montag, 3. Dezember 2018 im Rahmen eines separaten Termins für den Verkehr freigeben. Nähere Informationen folgen.“

Stadt Starnberg:

„Wir feiern die Westumfahrung:

Einweihung mit Bürgerfest am Samstag 1.12.2018

Die Verkehrsentlastung der Ortsteile Söcking, Perchting und Hadorf sowie nicht zuletzt der Stadt Starnberg selbst rückt in greifbare Nähe. Die Starnberger Westumfahrung wird bis zum 30. November fertiggestellt und ab Anfang Dezember befahrbar sein. „Um diesen Meilenstein gebührend zu feiern, richtet die Stadt Starnberg ein Einweihungsfest aus, zu dem alle Projektbeteiligten und die Starnberger Bürgerinnen und Bürger recht herzlich eingeladen sind“, so Erste Bürgermeisterin Eva John.

Die feierliche Einweihung der Starnberger Westumfahrung mit Bürgerfest findet am Samstag, 1.12.2018 an der Grünbrücke statt. Das offizielle Programm beginnt um 13 Uhr mit einem Grußwort von Erster Bürgermeisterin Eva John. Im Anschluss findet ein ökumenischer Gottesdienst mit Segnung durch die Stadtpfarrer, Dr. Andreas Jall und Dr. Stefan Koch, statt. Die musikalische Begleitung übernimmt die Stadtkapelle Starnberg. Der TSV Perchting-Hadorf sorgt für die Bewirtung mit Grillgut und Getränken.

Für Kinder wird ein Geschicklichkeitsparcours aufgebaut, der nach dem offiziellen Teil zum Befahren und Ausprobieren der Straße mit den eigenen Inlinern, Fahrrädern, Bobbycars oder Cityrollern einlädt. Wer also den Parcours oder die neue Umfahrung vor der offiziellen Verkehrsfreigabe mit Inlinern oder dem Fahrrad erkunden möchte, der bringt bitte seinen eigenen fahrbaren Untersatz mit. Auch am Sonntag, 2.12.2018 können alle die Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden, bevor die Umfahrung ab Montag, 3.12.2018 für den Autoverkehr freigegeben wird.

Zum Veranstaltungsort, der Grünbrücke, gelangen die Gäste gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Für Pkw-Fahrer gibt es ausschließlich die Zufahrt über den Kreisverkehr von Söcking kommend. Es besteht (in eingeschränktem Rahmen) die Möglichkeit auf der rechten Straßenseite zwischen Kreisverkehr Söcking und Grünbrücke zu parken (siehe Anfahrtsskizze). Parkplatzeinweiser stehen ab 12.30 Uhr zur Verfügung.

Gewinnspiel und Mitmachaktion für Kinder: Cityroller zu gewinnen

Für das offizielle Pressefoto sucht die Stadt Starnberg drei Kinder aus Starnberg zwischen 6 und 12 Jahren, die die Straße einweihen möchten. Anmeldungen bitte per E-Mail an westumfahrung@starnberg.de bis Dienstag, 27.11.2018 unter Angabe von Name, Adresse, Telefonnummer und Alter. Zu gewinnen gibt es je einen Cityroller, mit dem die Kinder dann gleich die Straße austesten dürfen. Die Gewinner werden am Mittwoch, 28.11.2018 ausgelost und per E-Mail mit den Details zum Ablauf benachrichtigt.

 

 

Lange Abstimmungsgespräche mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim

Es war für die Stadt Starnberg selbstverständlich, als Bauherrin des Projektes „Westumfahrung“ das mit der Planung, Ausführung und Steuerung beauftragte Staatliche Bauamt Weilheim bei der Gestaltung der Feierlichkeiten zur Einweihung und Verkehrsfreigabe mit einzubinden. Deshalb fanden seit mehreren Wochen zwischen den zuständigen Mitarbeitern beider Behörden diverse Gespräche, Telefonate und Vor-Ort-Termine zur Abstimmung statt.

Die Beauftragten von Stadt und Staatlichem Bauamt Weilheim hatten einen gemeinsamen Fahrplan entwickelt und sich schließlich auf folgenden Terminplan geeinigt:

  • –  Fertigstellung Baumaßnahme am 30.11.2018
  • –  Bürgerfest am 01.12.2018
  • –  „freie Fahrbahn“ für Bürger unter Verantwortung der Stadt Starnberg am 02.12.2018
  • –  Restarbeiten, Markierungs- und Beschilderungsarbeiten und schließlich offizielle Verkehrsfreigabe am 03.12.2018 vormittags

    An diesem Plan hat sich nichts mehr geändert.

    In der letzten Abstimmung stellte sich jedoch heraus, dass sich die Vorstellungen des Behördenleiters des Staatlichen Bauamtes bei der Gestaltung der Einweihungsfeier deutlich von denen der Stadt unterschieden. Die Stadtverwaltung hat bis zuletzt, aber leider erfolglos, versucht, eine gütliche Einigung mit dem Behördenleiter und dessen Mitarbeiter zu erreichen. Zum Zeitpunkt seiner Absage der Stadtverwaltung gegenüber am 15.11.2018 waren sowohl die Einladungen gemäß zuvor abgestimmter Einladungsliste gedruckt und verteilt, als auch das Einweihungsfest bereits fix geplant. In Anbetracht der heute von Herrn Fritsch versandten Pressemitteilung hat die Stadtverwaltung nun die Bemühungen eingestellt.

    „Wir nehmen die Absage der Teilnahme des Staatlichen Bauamtes mit Bedauern zur Kenntnis. Dies insbesondere deshalb, weil geplant war, die besonders guten Leistungen der verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes in Bauleitung und Projektsteuerung im Rahmen des Bürgerfestes zu würdigen“, so Erste Bürgermeisterin Eva John.

    Die Absage des Staatlichen Bauamtes Weilheim ist im Übrigen bereits die zweite Absage in diesem Zusammenhang. Wir wurden zu Beginn der Planungen darüber informiert, dass weder der zuständige Minister noch der Staatssekretär an der geplanten Veranstaltung teilnehmen werden. Das fanden wir zwar ziemlich „unüblich“ und auch sehr enttäuschend. Um die gemeinsam geplante Veranstaltung nicht zu belasten, haben wir aber von einer Veröffentlichung dieser Tatsache abgesehen.“