Der Ursprungsantrag stammt vom 8. Januar 2016. Die Grünen und die SPD hatten die Einführung einer Richtlinie für eine sozialgerechte Bodennutzung und Wohnraumförderung für Starnberg (SoBoN) beantragt. Im April 2016 beschloss der Bauausschuss des Stadtrates jedoch, die Beratung so lange zurückzustellen, bis die Handreichung des Planungsverbandes Äußerer Wirtschaftsraum München veröffentlicht worden sei. Nachdem dies geschehen war, erneuerte die SPD ihren Antrag am 12. Juli dieses Jahres und bat das Rathaus, die Angelegenheit wieder aufzugreifen. In einer umfangreichen Stellungnahme hat die Bauverwaltung nun empfohlen, die SpBoN für Starnberg nicht einzuführen, weil es nur ein geringes Entwicklungspotenzial gebe und der Aufwand zur Erstellung einer Richtlinie in keinem Verhältnis zu den erzielbaren Vorteilen stehe.

Christiane Falk (SPD) beurteilte die Stellungnahme der Verwaltung im Bauausschuss als nicht hilfreich, kritisierte zudem, dass weder der eigentliche Antrag noch die Handreichung den Stadträten für die Beratung im Bauausschuss vorlägen. Das widerlegte Bürgermeisterin Eva John, die für alle nachvollziehbar vorführte, wie jeder Stadtrat Zugriff auf die Unterlagen über das Datennetz des Rathauses „Allriss“ erhalten kann. Weiter sieht Falk Missverständnisse oder Punkte, wo die Verwaltung nicht auf den Antrag eingehe. Sie verlangte darüber abzustimmen, dass der Antrag von SPD und Grünen zunächst nur innerhalb der Stadtratsfraktionen beraten und eine Fachperson zugezogen werden sollte. Der Vertagung einer Abstimmung widersprachen nur John und WPS-Stadtrat Günther Picker. Die restlichen neun Ratsmitglieder waren einverstanden.

In der folgenden Stadtratssitzung brachte Falk zusätzliche Forderungen auf den Tisch. So sei der Termin für die Abgabe der Stellungnahmen der Fraktionen mit dem 6. Dezember zu kurz. Außerdem habe sie doch einen Fachvortrag von einem Juristen gefordert, der auch Fragen der Stadträte beantworten könne. Erst danach sollte nun die Beratung in den Fraktionen starten. Bürgermeisterin Eva John wunderte sich: „Das war nicht Teil des Beschlusses im Bauausschuss.“ Die Verwaltung werde aber schauen, „was wir da anbieten können“. Falks gesamten Antrag unterstützten 21 der 23 anwesenden Stadträte. Günther Picker und Maximilian Ardelt (beide WPS) stimmten dagegen. Es soll jetzt diese Reihenfolge eingehalten werden: Zuerst Fachvortrag vor dem Gesamtstadtrat, dann Beratung in den Fraktionen, dann Erarbeitung von deren Stellungnahmen und erneute Vorlage in Bauausschuss und Stadtrat.