Angelika Kammerl (DPF), die als Vertreterin des Stadtrates an der Mediation zwischen der Deutschen Bahn und der Stadt Starnberg auf der Suche nach einer Seeanbindungslösung nach dem Auslaufen des Vertrages von 1987 teilnimmt, hatte an die Bahn geschrieben. Sie wollte wissen, ob die sich „temporäre Bahnhofsdächer“ auf den Bahnsteigen am Bahnhof See vorstellen könne. Die fehlen nun schon seit Jahren. Nach eigenen Angaben erhielt sie die Antwort, grundsätzlich sei immer eine Einhausung/Überdachung möglich. Offizielle Aussagen könne die Bahn aber erst machen, wenn es eine offizielle Anfrage der Stadt Starnberg gebe. Kammerl formulierte darauf einen Antrag an die Bürgermeisterin, den sie als Dringlichkeitsantrag in die jüngste Stadtratssitzung einbrachte. Eile sei deshalb geboten, damit die Bahn vor dem Winter noch etwas aufstellen könne, und damit man höre, wie sich das Unternehmen das vorstelle, begründete Kammerl ihren Vorstoß. John berichtete, sie habe umgehend eine Anfrage an die Bahn gesandt, deren Wortlaut sie auch verlas. Insoweit sei die Dringlichkeit, den Punkt auf die Tagesordnung zu nehmen, nicht mehr gegeben. Damit gab sich Kammerl zufrieden.

Rund um um diese Ereignisse hatten jedoch die „Starnberger Neueste Nachrichten“ selbst bei der Bahn nachgefragt und dem Zeitungsbericht zufolge als Antwort erhalten: eine Bahnsteigüberdachung sei zwar theoretisch möglich, müsse aber auch, wenn es sich wie von Kammerl vorgeschlagen um eine Abdeckung mit Planen handele, den hohen Sicherheitsanforderungen des Eisenbahnbetriebes entsprechen. Lkw-Planen genügten diesen schon auf Grund des Sturmrisikos und der Nähe zu den Oberleitungen der Bahn nicht. „Zudem müssten Aufwand, Nutzungsdauer und Kosten, die von der Stadt Starnberg zu übernehmen seien, in einem wirtschaftlichen Verhältnis stehen“, lautet das Zitat der Zeitung aus dem Antwortschreiben der Bahn. Die Mitteilungen der Parteifreien seien „weder fachlich noch inhaltlich mit der Bahn abgestimmt gewesen“, habe die Bahn geschrieben.  Für die Bahnkunden wolle man kein weiteres Provisorium, sondern in der Mediation eine konstruktive Lösung finden, so die Bahnvertreter.