Die bisherige Leiterin des Museums Starnberger See, Sibylle Küttner, hat Starnberg leider schon in Richtung Erfurt verlassen. Dort wird sie sich neuen Aufgaben widmen. Die Stadt Starnberg ist deshalb auf der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. Wann dieser eingestellt werden kann ist noch offen. Dennoch drängten Martina Neubauer (Grüne) und Klaus Rieskamp (DPF) in der letzten Stadtratssitzung in 2018 darauf, so eilig wie möglich einen Bericht zur Situation des Lochmannhauses, dem älteren Teil des Museums, zu erhalten, zur Entwicklung des Museums insgesamt, aber auch zu der Möglichkeit, die „Seenfischerei am Starnberger See“ zu einem großen Thema im Ausstellungsbereich zu machen. Die Mitglieder des inzwischen schon aufgelösten „Förderverein Südbayerisches Schifffahrtsmuseum e.V.“ warten schon seit vielen, vielen Jahren darauf, ihre gesammelten Exponate irgendwo ausstellen zu können. Ein entsprechendes Konzept, geschweige denn die Realisierung eines solchen, dass sich viele im Zusammenhang mit dem Starnberger Museum vorstellen, war aber schon unter Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger nicht zustande gekommen.

Neubauer und Rieskamp wollten nun wieder Bewegung in die Sache bringen. Hinderlich ist jedoch der Wechsel in der Museumsleitung. Bürgermeisterin Eva John und die Rathausverwaltung hatten deshalb vorgeschlagen, in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses des Stadtrates einen ausführlichen Bericht über die Entwicklungen im Museum zu geben. Insbesondere solle auf die Entwicklung der Besucherzahlen – heuer extrem positiv mit mehr als 9000 Besuchern – , die damit verbundenen Einnahmen sowie die Art und Dauer von Ausstellungen, die Situation der Dauerausstellungen und die personelle Situation eingegangen werden. Wie schon berichtet weigert sich der Stadtrat bisher den Stellenplan für 2019 zu beschließen, in dem es auch um einen halbe Stelle mehr im Museum geht. Darüber hinaus empfahl das Rathaus, den Bericht über die Situation des Lochmannhauses und eine Debatte im Ausschuss samt Expertenvorträgen zu Chancen für eine Konzentration auf das Sonderthema Seenfischerei um längstens ein Jahr zu verschieben, damit die neue Museumsleitung Gelegenheit bekommt, sich einzuarbeiten. Kein Einverständnis von Neubauer und Rieskamp. Letztgenannter wollte der neuen Leitung lediglich ein halbes Jahr Einarbeitung zugestehen. Und der Bericht der Experten solle vor dem Gesamt-Stadtrat, nicht im Ausschuss gehalten werden. John wandte ein, es wäre fair, die oder den Neuen nach seiner Anstellung zu fragen, wann sie oder er sich in der Lage fühle, das Thema vorzustellen. Neubauer dazu: „Die Exponate sind jetzt da, in einiger Zeit stehen sie vielleicht nicht mehr zur Verfügung. Roland Gröber (Anm.d.Red.: Mitglied des ehemaligen Vorstandes des Fördervereins Schifffahrtsmuseum) hat die Exponate angeboten. Wir müssen politisch entscheiden, welche Priorität die Angelegenheit hat.“ Der Leiter des Amtes Bürgerservice und Verwaltung im Rathaus, Ludwig Beck, gab einen groben Zeitplan: Im Januar könne man eventuell den Anstellungsvertrag schließen, aber in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses, die für Februar geplant sei, könne die oder der Neue sicher noch nicht viel sagen. John warnte nochmals, der Einstellungstermin sei noch nicht sicher.

Neubauer beantragte nun, die geforderten Berichte und Schritte ein halbes Jahr nach dem Einstellungstermin auf die Tagesordnung zu setzen. Dieser Beschluss fiel einstimmig.