Im Bauausschuss des Stadtrates ist die Zukunft der Schlossbergschule Thema gewesen. Einstimmig hat sich das Gremium dafür ausgesprochen, eine 2015 in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zur möglichen Erweiterung demnächst zur Grundlage weiterer Diskussionen zu machen. Sie hatte ergeben, dass die Schule am jetzigen Ort nicht mehr erweiterbar ist und nur als zweizügig betrieben werden kann. Das bedeutet, dass es pro Jahrgang höchstens zwei Klassen gibt. Die Schlossbergschule ist Teil der Grundschule Starnberg mit Sitz an der Ferdinand-Maria-Schule.

CSU-Stadtrat Gerd Weger hatte im vergangenen Sommer beantragt, Erweiterungsmöglichkeiten planungstechnisch „unter Berücksichtigung der bestehenden, ortsprägenden Bausubstanz“, in Auftrag zu geben. Der Stadtrat hatte den Punkt im Oktober an den Bauausschuss verwiesen. Das gegenüber seinem Ursprung sehr veränderte Schulhaus war 1878 vom Münchner Stadtbaurat Arnold Zenetti entworfen worden und zwar von Beginn an als Schule. Unter Denkmalschutz steht es nicht. Laut der Sachverhaltsschilderung der Verwaltung ist seit geraumer Zeit bekannt, dass am Gebäude wegen des baulichen Zustands und der Raumsituation mittelfristig Handlungsbedarf bestehe. Alle für die Schule genutzten Gebäude müssten energetisch saniert, fehlende Räume ergänzt und alles zeitgemäß ausgestattet werden. Schon unter Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger habe eine Architektin 2011 mehrere Varianten untersucht, wie ein größeres Raumprogramm untergebracht werden könnte. Eine Beratung im Stadtrat habe aber nicht stattgefunden, lediglich in der Runde der Fraktionsvorsitzenden sei es Thema gewesen.

Erneut betrachtet wurde die Schule von der Politik erst 2015. Um eine gesicherte Grundlage für strategische Überlegungen zum Schulstandort zu gewinnen, wurde damals eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die neben Erkenntnissen über mögliche Baukosten auch Auskunft über zu erwartende Betriebskosten geben sollte. Dabei wurden zwei Erweiterungsvarianten geprüft. Variante 1 sah vor, das Gebäude zu sanieren, zu erweitern und dabei die Nebengebäude „Zuckerhäusl“ und „Altes Schulgebäude“ ebenfalls zu sanieren und somit zu erhalten. Bei Variante 2 wären die Nebengebäude durch einen Neubau ersetzt worden. Ergebnis der Studie war laut Verwaltung, dass unter Berücksichtigung der nötigen Flächen für den Pausenhof und die Mittagsbetreuung maximal eine zweizügige Schule möglich wäre und die Außenflächen in diesem Fall weiter beengt blieben. Erweiterungen auf Grund steigender Schülerzahlen – was Weger durch die Realisierung des Einheimischenmodells Am Wiesengrund und dem damit verbundenen Zuzug von Familien erwartet – sei hier nicht möglich.

Nach den Worten von Bürgermeisterin Eva John prognostizieren die der Stadt vorliegenden Zahlen bis 2022/2023 jedoch keine Zunahme der Grundschüler in der Stadt Starnberg. Absehbar sei aber bereits heute, dass an der Grundschule Söcking ein deutlicher Rückgang zu erwarten ist. Grund dafür sei, dass Eltern ihre Kinder dort verstärkt in private Grundschulen schickten, so John. Den durch das Projekt Am Wiesengrund bedingten Zuzug könne man erst am Ende der Bewerbungsfrist, also Ende Januar 2019 abschätzen. Was die Luftlinie betrifft, ist die Entfernung von Am Wiesengrund nach Söcking in etwa gleich groß wie die von dort zur Schlossbergschule. Laut Bürgermeisterin gibt es in Starnberg keine festen Schulsprengel, so dass die Eltern die öffentliche Grundschule innerhalb der Stadt frei wählen können. Vor der Abstimmung machte Ludwig Jägerhuber (CSU) noch deutlich: „Wir wollen keinen Abriss von Gebäuden. Das ist für uns Ausgangsvoraussetzung.“ Im nächsten Schritt soll dem Ausschuss nun die Machbarkeitsstudie vorgestellt werden (einstimmig).