„Es ist schlimm, was Sie mit jungen Menschen tun. Ich würde gern wissen, ob Sie das auch machen würden, wenn es Ihr Amt wäre?“ Fassungslos reagierte Bürgermeisterin Eva John in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses auf die Ablehnung des Gremiums, eine Auszubildende im Rathaus ab Herbst dieses Jahres regulär zu beschäftigen. Die Hälfte der anwesenden Ausschussmitglieder hatte sich geweigert, die dafür notwendige Stelle für die Veranstaltungskauffrau im Stellenplan zu schaffen. Bei Stimmengleichheit (6:6) gilt eine Angelegenheit als abgelehnt. Wortführerin der ablehnenden Stadträte war Martina Neubauer (Grüne) gewesen. Sie und John gerieten aneinander, als John ankündigte, sie werde die Entscheidung vom Stadtrat nachprüfen lassen. Vielleicht fänden sich dort „Vernünftige“. Neubauer wertete das als Kritik an sich: „Wollen Sie damit sagen, dass ich nicht vernünftig bin? Vorsicht!.“  John hielt ihr entgegen: „Sie verjagen die beste Auszubildende, die wir je gehabt haben.“ Die Übernahme der jungen Frau auf eine Stelle im Bereich der Wirtschaftsförderung „machen Sie ja nicht für mich, sondern für die Stadtverwaltung“, argumentierte die Bürgermeisterin. Neubauer hatte zuvor auf die von John im Amt für Standortförderung, Kultur und Öffentlichkeitsarbeit vorgenommene Umstrukturierung hingewiesen, gegen die der Stadtrat rechtlich vorgehen will (siehe Bericht unten). Da die junge Frau in diesem Amt arbeiten solle, wolle sie die Stelle nicht genehmigen. Teile der CSU und UWG sowie die Vertreter von SPD, DPF und BLS schlossen sich Neubauer an.