Nur die beiden Stadträte der CSU, Katja Fohrmann und Ludwig Jägerhuber, Angelika Kammerl (DPF) und Patrick Janik (UWG) lehnten in den jüngsten Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss zum Haushalt 2019 erneut die vom Rathaus für den Stellenplan angemeldete Stelle eines „Kümmerers“ in  Sachen B2-Tunnel und anderer Straßenbauprojekte ab. Die restlichen Ausschussmitglieder stimmten dafür (9:4). Wie berichtet hatte der Stadtrat diese Stelle 2017 bereits einmal genehmigt, nachdem klar war, dass der Bund den Tunnel bauen wird und auf die Stadt eine Vielzahl von Projekten zukommen, bei denen es um Anpassungen städtischer Straßen, Geh- und Radwege an die Baumaßnahme der Bundes gehen wird. Zudem hat die Stadt auch noch eigene Projekte im Verkehrsbereich, unter anderem die Planung der Nord-Ost-Umfahrung. In der ersten Ausschreibungsrunde für diesen Posten war ein geeigneter Bewerber damals nicht dabei. Kurzerhand strich die Ratsmehrheit aus CSU, UWG, Grünen, SPD und DPF die Stelle dann wieder. Mehrere Versuche von Bürgermeisterin Eva John, den Rat davon zu überzeugen, dass das Rathaus dem mit der Ausführung des Tunnelbaus betrauten Staatlichen Bauamt Weilheim, das sein Personal deutlich dafür aufgestockt hat, fachlich (technisch) etwas entgegensetzen können sollte, scheiterten an der Mehrheitsmeinung (siehe Straßenbauingenieur gesucht und Erkenntnis reift: Der Kümmerer fehlt doch). Vielmehr bestand die Mehrheit darauf, John solle jemanden aus der Rathausverwaltung für diese Aufgabe abstellen. Dazu sah sich die Bürgermeisterin angesichts der Überlastung im Bauamt und dem Fehlen von mit bautechnischen Kenntnissen ausgestattetem Personal nicht in der Lage. Jetzt – ein paar Monate weiter und nach diversen Informationsveranstaltungen der Staatlichen Bauamtes – wollte niemand mehr über die Notwendigkeit der Stelle diskutieren.

Einstimmig genehmigte der Ausschuss auch eine neue Stabstelle im Rathaus für öffentliche Vergaben von Bauleistungen, die vom Kommunalen Prüfungsverband gefordert, vom Stadtrat bisher aber abgelehnt worden war. Genauso eine zusätzliche Stelle im Tiefbauamt.

Keine Lösung genehmigte der Ausschuss für das neue Seebad. Dort fehlt nach wie vor eine Reinigungs- und eine Kassenkraft (siehe Nur zwei Stellen genehmigt). Christiane Falk (SPD) sagte: „Ich will die Reinigungskraft nicht. Bei Bedarf sollte man die Arbeit besser extern vergeben, dann binden wir uns am wenigsten.“ Bürgermeisterin Eva John riet dagegen, die Stelle im Stellenplan vorzuhalten, denn dann sei die Stadt für alle Lösungsmöglichkeiten offen. Sie beurteilt die Vergabe von Reinigungsarbeiten an externes Personal als  deutlich teurer. Anton Wiesböck (FDP) wies außerdem darauf hin, dass eine Kommune auch Stellen für gering Qualifizierte anbieten müsse. Angelika Kammerl (DPF) wollte angesichts des „knappen Haushalts“ keine neue Stelle schaffen. Sie einzuplanen bedeute aber gar nicht, sie auch tatsächlich zu besetzen und bezahlen zu müssen, versuchte John deutlich zu machen. Das schaffe nur die Möglichkeit verschiedener Lösungen, über die der Hauptausschuss zu jeder Zeit selbst entscheiden könne. Dennoch wurden beide Stellen für das Seebad auf Antrag von Falk gestrichen (8:5). Gegen die Streichung gestimmt hatten John, Wiesböck, BMS und WPS.

Einen Streetworker für Starnbergs Jugend anzustellen war bereits vom Stadtrat beschlossen worden. Die dafür nötige Stelle lehnten Kammerl und Martina Neubauer (Grüne) jetzt dennoch ab. Die Mehrheit war aber dafür (11:2). Mit 10:3 Stimmen genehmigte der Ausschuss eine weitere Stelle für die Sprachförderung in Kindertagesstätten. In den städtischen Einrichtungen werden laut Bürgermeisterin 80 Kinder mit Migrationshintergrund betreut, und es gebe auch noch andere Kinder mit Problemen, sagte sie und verwies darauf, dass es staatliche Zuschüsse zu den Personalkosten gebe. Für den Kempter-Kindergarten wurde nur eine Stelle genehmigt, die eine(s)r Kinderpfleger(s)In dagegen mit 6:7 abgelehnt. Die Bürgermeisterin reagierte mit dem Ausruf „Wahnsinn“.

Diverse Stundenaufstockungen und Entfristungen von Beschäftigungsverhältnissen scheiterten dagegen nicht am Ausschuss. Das betrifft unter anderem das Museum Starnberger See, den Irmgard-Stadler-Kindergarten und den städtischen Betriebshof.