Professor Günter Steck, Stifter der Kulturstiftung Starnberg, und von Beginn an am Schicksal des früheren Heimatmuseums, des heutigen Museums Starnberger See interessiert, hat sich mit einer Bitte an Bürgermeisterin Eva John und den Freundeskreis des Museums gewandt, die schon 2011 sein Anliegen war: Das königliche Ruderboot „Delphin“ im großen Fenster des Museums sichtbarer zu machen. John sagte auf Anfrage, die Angelegenheit müsse mit dem demnächst die Arbeit aufnehmenden neuen Museumsleiter besprochen werden.

Das historische Boot war vermutlich 1834 oder 1835 als neues Leibschiff für König Ludwig I. gebaut worden. Der König hatte sich als Bugfigur den Delphin des Bildhauers Anselm Sickinger ausgesucht. Auch König Max II. schätzte es. Er nutzte das Schiff oft für Fahrten zur Roseninsel. Nach seinem Tod wurde es aber ruhig um das Ruderboot. 1949 tauchte es nochmals auf, als es der Trachtenverein geschmückt beim Oktoberfestumzug mitführte. Danach fristete es sein Dasein in Hütten und Stadeln. Die damalige Vorsitzende der Frauenunion, Hannelore Hartmann, rückte es in den 90er Jahren wieder ins Licht der Öffentlichkeit. Sie sammelte mit ihren Mitstreiterinnen Spenden und setzte sich im Stadtrat dafür ein, eine „würdige“ Unterkunft zu schaffen. Wie John in einer Pressemitteilung anlässlich der Auszeichnung des professionell restaurierten Exponats im vergangenen Jahr als „Heimatschatz“ sagte, hat Hartmann so den Stein für den Erweiterungsbaus am Museum ins Rollen gebracht. Das Bayerische Heimat- und das Kunstministerium hatten den Delphin 2018 als „regionaltypisches Kleinod“ der nicht staatlichen Museen ausgezeichnet.

Steck äußert seine Bitte nicht zum ersten Mal. Im März 2011 erinnerte er die Starnberger und den Stadtrat in einer Nacht- und Nebelaktion an das ursprünglich gegebene Versprechen, dass der Delphin durch das große Schaufenster im Erweiterungsbau an der Possenhofener Straße für jedermann sichtbar sein sollte. Hintergrund des Versprechens waren die heftigen Diskussionen um die Gestaltung der Außenfassade des Baus, die für viele so gar nicht zur Optik des historischen Lochmann-Hauses, der Keimzelle des Heimatmuseums zu passen schien. Mit der Aussicht, die graue Fassade aus Metallschuppen durch den Blick auf das wertvolle Exponat aufzuwerten, sollten die Kritiker versöhnt werden. Tatsächlich kam es aber anders. Fachleute rieten der Stadt, so wenig Licht wie nur möglich auf das Ruderboot fallen zu lassen, weshalb es hinter Rollos verborgen wurde. Steck wollte das so nicht akzeptieren und versuchte seinen Denkanstoß. Er hängte Nesselstoff, bemalt mit einem Acryl-Bild des Delphin vor dem Fenster auf. „Ich hatte Angst, die Bedenken wachsen, wenn ich vorher frage“, sagte er damals. Also verständigte er das Rathaus erst nach seiner Aktion, die er mit der Sorge  um sinkende Besucherzahlen begründete. Tatsächlich hing sein Transparent dann aber nur wenige Stunden.

Der damalige Bauausschuss beschloss am gleichen Tag unter Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger nur ein paar Mini-Maßnahmen zur Verbesserung des Erscheinungsbildes des 2008 entstandenen modernen Teils des Museums. Für die von FDP-Stadträtin Iris Ziebart beantragten Maßnahmen nach dem Motto „Wenn wir ein kulturelles Highlight wollen, dann müssen wir klotzen und nicht kleckern“ reduzierten die Ausschussmitglieder einstimmig auf das Aufstellen von drei Fahnenmasten, die Versetzung eines Stromkastens, das Aufstellen von zwei kleinen Schaukästen an der Seepromenade und den Bau von Fahrradständern. Ziebart wollte eigenlich viel mehr. Sie erinnerte an die Baukosten der Erweiterung mit 3 Millionen Euro und die jährlichen Unterhaltskosten von über 200000 Euro. Gegenargument: Die Stadt habe kein Geld. Man müsse auf das nächste Haushaltsjahr hoffen.

Nun, acht Jahre später, ist die Situation des Museums Starnberger See eher positiv, was die Besucherzahlen angeht. In den nächsten Monaten wird ein neuer Museumsleiter seine Arbeit aufnehmen. Das nimmt Steck zum Anlass, nochmals einen Vorstoß dafür zu machen, dass der Delphin, eigentlich das Hauptexponat des Museums, sichtbarer wird. „Das Erscheinungsbild des Museums sollte durch das Bild des Delphins im großen Fenster an der Possenhofener Straße verbessert werden. Selbstverständlich sind entsprechende Fachleute für die Ausführung zu beauftragen. Mein damaliges Acrybild auf Nesselstoff im März 2011 diente nur der Veranschaulichung meiner Bitte“, hat Steck an John und den Freundeskreis geschrieben, die er um Unterstützung bittet.