In diesem Fall hat Bürgermeisterin Eva John einmal einen Nachprüfungsantrag gestellt. Dem Stadtrat legte sie in der jüngsten Sitzung die ablehnende Entscheidung des Hauptausschusses vom 14. Januar 2019 zur Überprüfung vor. Der Ausschuss hatte es wie berichtet mit Mehrheit abgelehnt, eine Ganztagsstelle für eine junge Veranstaltungskauffrau zu schaffen, die heuer im Rathaus ihre Ausbildung beendet und dabei herausragend gute Leistungen gezeigt hat (siehe auch John fassungslos). Der Stadtrat sprach sich nun – nach einer eingeschobenen nicht öffentlichen Beratung – für die Einrichtung dieser Stelle und Übernahme in den diesjährigen Stellenplan aus. Allein Angelika Kammerl (DPF) stimmte dagegen. Christiane Falk, die im Hauptausschuss ebenfalls dagegen gestimmt hatte, nahm nicht an der Abstimmung teil. Sie verbrachte die Zeit der öffentlichen und nicht öffentlichen Beratung vor der Tür des Sitzungssaales. Eine Begründung dafür gab niemand ab.

John hatte zu Beginn den dienstlichen Bedarf an der Einstellung der Veranstaltungskauffrau begründet, die im Rathaus den Bereich Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing unterstützen soll. Ihr Hinweis: Auch der Personalrat unterstütze die Übernahme nach Ende der Ausbildung ab 1. September 2019. Martina Neubauer (Grüne), im Ausschuss Wortführerin gegen die Schaffung der Stelle, begründete ihre Haltung nochmals: Man müsse trennen. Das eine sei die Übernahme einer kompetenten Auszubildenden. Das andere sei aber problematisch, nämlich eine Stelle extra zu schaffen. Sie unterstellte erneut, dass die neuen Aufgaben nur entstanden seien, weil die Bürgermeisterin im Rathaus eine Umorganisation vorgenommen habe, die eine neue Hierarchie benötige, was noch rechtlich zu überprüfen sei. Dem widersprach John deutlich. „Ich kann diese neue Stelle nicht bewilligen“, so Neubauer. Dagegen erinnerte Klaus Huber (WPS) daran, dass die Auszubildende ihren Einstellungsanspruch zumindest für das erste Jahr einklagen könne. Er fragte, welche Signalwirkung eine Entscheidung wie die von Neubauer für die Stadt als Arbeitgeber habe, aber auch an künftige Auszubildende. Darüber hinaus ergebe sich ein Schaden für die Stadt, wenn man aus rein formellen Gründen so talentierte Leute vor die Tür setze. Huber appellierte an das soziale Gewissen von Neubauer: „Was geben wir für ein Signal an junge Leute, noch dazu wenn sie so qualifiziert und engagiert sind?“ Es sei das Falsche, diese Chance laufen zu lassen. Huber beantragte namentliche Abstimmung, was die Mehrheit später aber mit 5:17 Stimmen ablehnte.

Auf Antrag von Stefan Frey (CSU) wurde die aus seiner Sicht „eher emotionale Diskussion“ abgebrochen, damit der Rat hinter verschlossenen Türen über diesen Punkt des Stellenplans sprechen könne.  Das unterstützte die Mehrheit mit 15:10 Stimmen. Zuhörer und Pressevertreter mussten den Sitzungssaal für gut 20 Minuten verlassen. Danach fand nur noch die Abstimmung ohne jegliche weitere Diskussion mit oben beschriebenem Ergebnis statt. Auch Falk kam zurück.