Nach dem Willen der Fraktion der Grünen soll die geltende Satzung über Stellplätze, Garagen und Einfriedungen überarbeitet werden. Sie erwartet vom Rathaus die Vorlage eines Entwurfs im Bauausschuss. Der hat  in seiner jüngsten Sitzung  entschieden, dass alle sechs von den Grünen benannten Ziele dabei Berücksichtigung finden. Dagegen gestimmt haben nur Gerd Weger (CSU) und Markus Mooser (WPS).

Folgende sechs Dinge hatten die Grünen als Ziele vorgegeben: Die heute versiegelte Fläche in der Stadt soll reduziert, die Durchgrünung dann verbessert werden. Es soll gelten, dass der Fahrradverkehr gegenüber dem Pkw-Verkehr mehr Bedeutung erfährt, und dass Parkplätze auch doppelt genutzt werden dürfen. Zum Beispiel nach Dienstschluss die Parkplätze von Behörden oder nach Geschäftsschluss die von Unternehmen. Wo es zum Konflikt kommt, sprich neuer Wohnraum nicht genehmigt werden kann, weil die Fläche zum Bau der geforderten Stellplätze fehlt, soll ein Abweichen vom Stellplatzschlüssel ermöglicht werden. Grundsätzlich solle die Stadt zur Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs beitragen.

Bürgermeisterin Eva John forderte die Stadträte auf, weitere Ziele vorzuschlagen, damit die Verwaltung dann wisse, wie es weiter gehen soll. Annette von Czettritz (Grüne) ergänzte den Antrag ihrer Fraktion noch um die Bitte zu prüfen, ob nicht, wie in der Gemeinde Pullach zum Beispiel, ein Stellplatz vor einer Garage als ausreichend anerkannt werden könnte. Im Sanierungsfall werde manchmal zusätzliche Wohnfläche nicht genehmigt, weil der Raum für die dadurch geforderten Stellplätze fehle. Da sollte ihrer Ansicht nach Kompensation möglich sein.

Ludwig Jägerhuber (CSU) war der Ansicht, die Überarbeitung der Stellplatzsatzung sei schon unter Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger in Auftrag gegeben worden. Deshalb solle die Verwaltung zunächst erst mal aufzeigen, welche Aufträge bereits erteilt oder bearbeitet worden seien. Zm Vergleich wünschte er sich die Vorlage der bisher gültigen Satzung. Und es sollten juristische Missbrauchsmöglichkeiten der Satzung unterbunden werden. Damit meinte er, dass Käufer einer Wohnung den zugehörigen Tiefgaragenplatz verkaufen. Sollten sie dann später die Wohnung ebenfalls verkaufen, habe der neue Eigentümer keinen Stellplatz mehr. Laut John ist eine solche Vorgehensweise aber durch Privatrecht gedeckt und kann durch eine städtische Satzung nicht verhindert werden. Patrick Janik (UWG) erwartet zusätzlich einen Bericht, was bisherige Verwaltungspraxis ist. Das konnte John sofort beantworten: „Diese Fälle legen wird immer dem Bauausschuss des Stadtrates vor.“