Nur mit einer Gegenstimme – der von CSU-Stadtrat Gerd Weger – hat der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung die Stellungnahmen und Anregungen aus der öffentlichen Auslegung des Entwurfs eines Bebauungsplanes für das Gebiet zwischen Ludwig-Thoma- und Georg-Queri-Weg sowie Riedener Weg und Himbselstraße abgewogen. Und er hat entschieden, dass die Bauleitplanung wegen der doch noch nötigen Änderungen nochmals ausgelegt werden muss.

Ziel des Bebauungsplanes ist es, in dem Wohngebiet westlich des Bahnhofs Nord die Schaffung zusätzlicher Wohnungen zu gewährleisten. Weger lief gegen die Planungen von Beginn an Sturm. Bisher ist die Gegend durch noch relativ große Gärten und eher kleinere Häuser, meist mit Erd- und Dachgeschoss geprägt. In den letzten zwei Jahren entstand am unteren Ludwig-Thoma-Weg statt eines Einfamilienhauses ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten. Die Stadträte des Bauausschusses hielten eine Verdichtung im Gebiet schon damals für verträglich. „Wo, wenn nicht dort“, war die Devise, denn die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr sei mit dem Bahnhof Nord ideal, dazu kämen die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten rundum und die kurzen Wege in die Innenstadt und auch zur Autobahn. In den von Bürgern nun im Verfahren vorgebrachten Einwänden ging es um grundsätzliche Kritik an der Nachverdichtung, vor allem aber um Befürchtungen, die jetzt schon schwierige Situation wegen fehlender Parkplätze für Autos werde sich weiter verschlechtern. Das Stadtbauamt hielt diesen Kritikern entgegen, dass es auch ohne einen Bebauungsplan Möglichkeiten gebe, dass Eigentümer ihre Grundstücke dichter bebauen. Dann allerdings lasse sich das wesentlich schlechter steuern und auch nicht die nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Auch habe die Stadt mit der Bauleitplanung keinen Einfluss auf den Wunsch, dass dort nur bezahlbarer Wohnraum entstehen soll, gab es zur Antwort.

Wegers schon mehrfach geäußerte Bedenken: Die mögliche Dichte sei weit überzogen, die Qualität des Gebietes gehe vorloren, es entstünden dort keine Wohnungen für Starnberger Bürger, und Neubauten erschwerten den Abfluss des Grundwassers in Richtung Würm. Weger behauptete sogar, die Bebauung im Gebiet sei heute schon Grund, dass der Fluss „Würm“ das Grundwasser nicht wegbringe, weshalb es immer wieder -tatsächlich aber nur bei Starkregenereignissen – Überschwemmungen in der Unterführung vor dem Bahnhof Nord gebe. Bürgermeisterin Eva John erinnerte stattdessen daran, dass der Abwasserverband bereits vor zwei Jahren den Beschluss gefasst habe, in der Unterführung die Abflussprobleme zu beseitigen, was aber bis heute nicht geschehen sei.