Die entscheidende Sitzung des Ortsvorstandes der FDP Starnberg finde zwar erst nächste Woche statt, doch angesichts der vielen Spekulationen, wie sich die Parteien und Gruppierungen für die im März 2020 stattfindende Kommunalwahl aufstellen und mit welchen Kandidaten sie antreten wollen, habe sie es am Donnerstag für richtig gehalten, ihren ganz persönlichen Standpunkt gegenüber der Presse deutlich zu machen, sagte Heike Barall-Quiring, die Ortsvorsitzende der Liberalen im Telefonat mit „Lokales aus Starnberg“. Ihrer Ansicht nach sollte sich die örtliche FDP eigenständig gut aufstellen und positionieren. „Ich fände auch einen eigenen Bürgermeisterkandidaten gut. Aber das ist eine Idee von mir, die im Vorstand in der nächsten Sitzung besprochen werden soll. Der besteht aus neun Personen, die das diskutieren und dann darüber abstimmen müssen, denn bei uns herrscht Demokratie. Das Ergebnis müssen wir abwarten“, so Barall-Quiring.

Sie wolle keinen Wahlkampf pro oder contra die amtierende Bürgermeisterin Eva John, sagte die Liberale. Hintergrund: John hatte in der Lokalpresse kurz nach dem Jahreswechsel angekündigt, sich 2020 erneut um das Bürgermeisteramt bewerben zu wollen. Im aktuellen Starnberger Stadtrat hat sich seit etwa drei Jahren die Mehrheit der Fraktionen gegen John verbündet. FDP, BMS und WPS stützen John. Letzte Woche ließ der Ortsvorsitzende und Stadtrat der CSU, Stefan Frey, wissen, dass er selbst in die Fußstapfen von Landrat Karl Roth treten will und somit nicht als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung steht. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Mehrheitsfraktionen im Stadtrat auf der Suche nach einem überparteilichen Kandidaten seien, den sie bis Ende März als gemeinsamen Gegenpart zu John vorstellen wollen. Nun betont Barall-Quiring: „Mir ist wichtig, dass wir uns auf die sachlichen Aufgaben konzentrieren. Der Kommunalwahlkampf soll wie vor der Bundes- und Landtagswahl sach- und themenorientiert geführt werden.“ Der Ortsverband müsse die Politik der Bundes-FDP in Starnberg gut unterstützen und sie transportieren. Das gelte ganz besonders jetzt vor der Europawahl, die im Mai stattfindet, danach aber auch bei den Starnberger Themen. Für die Kommunalwahl wolle sie neue, möglichst junge Leute gewinnen, wie sie überhaupt dafür sei, dass der Stadtrat verjüngt werde.

Weil es aber nicht so einfach sei, Jüngere für die Politik zu gewinnen, freue sie sich besonders darüber, dass der Ortsverband nach dem Wegzug von Mandy Ahlendorf den 41jährigen Marc Fiedler für die Vorstandsarbeit habe gewinnen können (FDP: Auf Ahlendorf folgt Fiedler). Der bringe schon eine Menge Erfahrung mit. Fiedler war zuvor stellvertretender Vorsitzender im Stadtverband München der Liberalen und ist vergangenes Jahr nach Starnberg gezogen. Und noch zwei weitere junge Leute, die die Arbeit vor Ort unterstützen möchten, nannte Barall-Quiring: Christoph Aschermann und Valentin Windorfer, die beide bei der Jugendorganisation der FDP, den Julis, engagiert seien. Als positives Zeichen wertet die Ortsvorsitzende zudem den aktuellen Mitgliederzuwachs. Der Ortsverband zähle nun 46 Mitglieder. Aus denen möchte sie ein sechsköpfiges Spitzenkandidatenteam herausfiltern, dass dann eine gesunde Mischung aus Jugend  und Erfahrung repräsentiere. Aufgabe des Teams werde sein, die FDP gut zu positionieren, sich so gut zu präsentieren, dass eventuell ein dritter Sitz im Stadtrat möglich wird. Bisher sitzen für die Fraktion Iris Ziebart und Anton Wiesböck im Gremium. Beide hatten an dem Pressegespräch nicht teilgenommen und waren über den Termin nicht informiert.

Eines machte Barall-Quiring gegenüber dem Blog auch noch ganz deutlich: “ Ich selbst werde weder für den Stadtrat noch als Bürgermeisterkandidatin zur Verfügung stehen.“ Seit Juli 2015 ist sie Vorsitzende des Ortsverbandes, von 2005 bis 2012 saß sie für die FDP im Stadtrat, hat ihr Mandat aber aus beruflichen Gründen zwei Jahre vor der regulären Neuwahl 2014 aufgegeben.