Seitdem der Stadtrat per Änderung der Geschäftsordnung dafür gesorgt hat, dass die Ladungsfrist für die Sitzungen des Rates und seiner Gremien von drei auf sieben Tage erhöht worden ist, steht die Verwaltung unter großem Druck, wenn es darum geht, die offizielle Ladung zu den Sitzungen so rechtzeitig zuzustellen, dass kein Ladungsmangel vorliegt. Dies, zumal der Tag des Zugangs und der Tag der Sitzung bei der Sieben-Tages-Frist nicht mitgerechnet werden darf. Wenn dann auch noch die Post an einem Montag gar keine Briefe austrägt, kann es wie die jüngste Stadtratssitzung betreffend geschehen, dass die Unterlagen für die Stadträte diese nicht rechtzeitig erreichen. Für solche Fälle gibt es die Möglichkeit der Heilung des Ladungsmangels, was aber nur gelingt, wenn alle anwesenden Stadträte zustimmen und Abwesende entschuldigt fehlen. Oder es gibt die Möglichkeit nochmals mit einer verkürzten Ladungsfrist von fünf Tagen zur Sitzung zu laden, was laut Auskunft der Bürgermeisterin versucht worden ist. Voraussetzung dafür war, dass die auf der Tagesordnung stehenden Punkte dringlich sind. Da es um Bürgeranträge aus der letztjährigen Bürgerversammlung in Starnberg ging, die innerhalb von drei Monaten vom Stadtrat behandelt werden müssen, sah John die Angelegenheiten als dringlich an. Nach ihrer Ansicht hätten in allen Fällen Beschlüsse gefasst werden können, „wenn keiner der anwesenden Stadträte eine Rüge ausspricht.“ Auch Dritte Bürgermeisterin Iris Ziebart (FDP) appellierte: „Liebe Kollegen, lassen Sie uns weiter kommen. Bitte zeigen Sie doch guten Willen zur Zusammenarbeit.“ Der verweigerte sich als einzige Angelika Kammerl (DPF). Das bedeutet, dass alle in der Sitzung gefassten Beschlüsse in einer anderen Sitzung nochmals vom Rat bestätigt werden müssen. Die Bürgermeisterin bat Kammerl während der fortgeführten Beratung noch mehrmals ihre Haltung zu überdenken und vielleicht umzuschwenken. Ohne Erfolg.