Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, der Empfehlung der Verwaltung zu folgen, aus den eigenen Reihen einen Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten zu bilden und dessen Arbeit in der Geschäftsordnung des Stadtrates zu regeln. Damit ist ein Antrag der Fraktion der Grünen erledigt, die den Einsatz eines Arbeitskreises für die Erarbeitung eines Zukunftskonzeptes der Feuerwehr gefordert hatten. Das Zukunftskonzept wird sich ergeben, wenn der in Auftrag gegebene Feuerwehrbedarfsplan vorliegt (siehe Feuerwehr spricht Klartext).

In einer Anfrage an die Stadtverwaltung wollten die Grünen außerdem geklärt wissen, warum die hauptamtlich bei der Stadt angestellten vier Gerätewarte der Feuerwehr in einem neuem Sachgebiet „Feuerlöschwesen“ geführt und nicht dem Ersten Kommandanten der Starnberger Feuerwehr, Markus Grasl, unterstellt sind. Kathrin Spielbauer vom Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung hatte den Räten die Hintergründe erläutert, so dass es keine weitere Diskussion darüber gab. Lediglich Franz Heidinger (BLS) und Grasl selbst äußerten sich unglücklich. „Es ist nicht mehr klar, wer in der Feuerwehr anschafft“, beklagte sich Grasl in der Sitzung.

Das Sachgebiet „Feuerlöschwesen“ war als Teil des Amtes für öffentliche Sicherheit und Ordnung am 1. Januar 2018 gebildet worden, weil die Stadt vier Gerätewarte für die Feuerwehr hauptamtlich eingestellt hatte, um der Pflichtaufgabe „Feuersicherheit“ nachzukommen und die Ausstattung der Feuerwehr zu unterhalten. Seitdem unterstehen die Gerätewarte der Dienstaufsicht der Starnberger Bürgermeisterin. Nach einer Umorganisation im Rathaus wurde das Sachgebiet im Mai 2018 als „Team 114“ mitsamt dem Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung Teil des Hauptamtes „Bürgerservice und Verwaltung“. Entgegen anderslautender Auffassungen enthalte die Satzung der Feuerwehr keine Regelung über von der Stadt beschäftigte Gerätewarte, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Stadtrat. Deshalb gebe es auch keine dienstrechtliche Regelung, die der Feuerwehrsatzung widerspreche. Die jetzt gültige Dienstanweisung für Gerätewarte sehe vor, dass diese fachlich dem Ersten Kommandanten, organisatorisch und arbeitsrechtlich aber der Stadtverwaltung zugeordnet seien. Etwas anderes gelte nur dort, wo Gerätewarte aus den Reihen der Feuerwehr-Aktiven Dienst tun. Diese unterstünden dann in allen Belangen dem Kommandanten, was in den Ortsteil-Feuerwehren die Regel sei.

Franz Sengl (Grüne) genügten diese Antworten. Weiteres wolle er in einem Ausschuss „aufrollen, der etwas zu sagen hat“. Seiner Ansicht nach hat es bisher „kein abgestimmtes Vorgehen gegeben, damit man strukturiert vorgehen kann“. Regelungen für die Schnittstellen zwischen den ehrenamtlich tätigen Feuerwehr-Aktiven einerseits  und bei der Stadt hauptamtlich angestellten Feuerwehrleuten andererseits sind für die Zukunft von noch größerer Bedeutung, da wie berichtet das Ehrenamt vielfach die Anforderungen nicht mehr allein abdecken kann und auch aus den Reihen der Kommandanten die Forderung nach Einstellung von mehr Hauptamtlichen erhoben worden ist.