Am Donnerstag, 11. April 2019, ab 18.30 Uhr, muss sich der Stadtrat mit einem Antrag des Staatlichen Bauamtes Weilheim befassen. Es möchte im Bereich Gymnasium/Rheinlandstraße in Vorbereitung auf den B2-Tunnelbau ein Düsenstrahlverfahren-Testfeld einrichten und die entsprechende Technik dort testen. Das Gelände gehört der Stadt Starnberg.

Beim Düsenstrahlverfahren wird eine zementhaltige Bindemittelsupension unter Hochdruck ins Erdreich eingebracht und führt dort zu unterschiedlich ausgeformten Strukturen unter der Oberfläche. Auf der Homepage der Schrobenhausener Firma „BAUER Maschinen GmbH“ heißt es: „Mit dem Düsenstrahlverfahren wird der Boden von einem Flüssigkeitsstrahl mit hoher Energie aufgeschnitten und mit einer erhärtenden Suspension gemischt.“ Den Einsatzmöglichkeiten seien nahezu keine Grenzen gesetzt. Das Verfahren werde für Unterfangungen/Nachgründungen, Lückenschluss, Tief- und hochliegende Sohlen, Schirminjektionen im Tunnelbau und Dichtwände  angewendet. Risiko sind laut Fachliteratur Hebungen an der Erdoberfläche. Was genau das Staatliche Bauamt beabsichtigt, wird vormutlich am Donnerstag in der Sitzung erläutert.

Zur Sprache gekommen war der geplante Tagesordnungspunkt am Sonntag beim Frühlingstreffen der Bürgerinitiative „Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel“ (BI), bei dem auch Bürgermeisterin Eva John zu Gast war. Der ehemalige BI-Chef, Professor Hans Jochen Diesfeld, hatte sich im Diskussionsteil der Veranstaltung pessimistisch geäußert. Der amtierende Stadtrat, besonders die ihm angehörenden Juristen, würden auch gegen ein neu aufgesetztes Bürgerbegehren gegen den Tunnelbau Bedenken vorbringen, meinte er (siehe BI bereitet neues Bürgerbegehren vor). Nach Diesfelds Ansicht verletzen die Stadträte in Mehrheit ihren Amtseid, denn der von ihnen  unterstützte B2-Tunnel „zieht Schaden in die Stadt“.

Ihm antwortete die Bürgermeisterin: „Der Stadtrat hat regelmäßig Gelegenheit die Interessen der Bürger in die Abwägung zu stellen.“ Sie verwies auf den Tagesordnungspunkt „Düsenstrahlverfahren“ am Donnerstag, klagte aber, die Stadtverwaltung werde vom Staatlichen Bauamt regelmäßig vor vollendete Tatsachen gestellt. In Sachen Zusammenarbeit habe man in den letzten Jahren eher negative Erfahrungen gemacht. Das gelte auch für die Bauarbeiten am Nordzulauf des Tunnels, wo es nun plötzlich an der Moosstraße keinen Fußgängerüberweg mehr gebe – entgegen dem Wunsch der Stadt. „Es ist schon ein bissel grob, was passiert“, so John.