In der jüngsten Stadtratssitzung bestand Grünen-Stadträtin Martina Neubauer auf der Behandlung eines ihrer Anträge, obwohl das Rathaus sie schon zuvor darüber informiert hatte, dass sowohl das Landratsamt als auch das Starnberger Rathaus ihrem Wunsch längst entsprochen hatten. Neubauer hatte verlangt, das Rathaus solle Informationen über die für EU-Bürger geltenden Vorschriften bei der Europawahl am 26. Mai 2019 herausgeben. Per E-Mail war ihr am Tag vor der Stadtratssitzung mitgeteilt worden, dass inzwischen das Landratsamt im Amtsblatt darüber informiert habe, das Rathaus in einen Informationsschreiben in deutscher und englischer Sprache an alle noch nicht im Wählerverzeichnis registrierten EU-Bürger im Stadtgebiet und zudem durch Informationen auf der Homepage der Stadt. Beide Behörden waren von sich aus tätig geworden. Man gehe davon aus, dass sich Neubauers Antrag deshalb erledigt habe, teilte das Rathaus Neubauer in der E-Mail mit. Das sah die Grünen-Stadträtin nicht so: „Mit Anträgen muss man ordnungsgemäß umgehen, sie behandeln und darüber abstimmen lassen. Aber ich nehme jetzt zur Kenntnis, dass die Angelegenheit erledigt ist.“

Sie stellte aber noch einen weiteren Antrag: Auf ihre Forderung nach Akteneinsicht zu den Vorgängen seit dem Ratsbeschluss auf Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn habe sie bislang keine Antwort erhalten. Bürgermeisterin Eva John kündigte an, dass alle Unterlagen seit 2012 in der ratsinterne Netz „Allriss“ eingestellt werden. UWG-Stadtrat Otto Gaßner pflichtete Neubauer bei: „Alle Stadträte wollen Akteneinsicht.“  Das wurde einstimmig vom Rat unterstützt. Die Grünen lehnen die Erweiterung des Gewerbegebietes in Schorn vehement ab.