Auf Grund eines Antrags der UWG-Fraktion hat sich der Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität in seiner jüngsten Sitzung mit der Frage beschäftigt, ob die Von-der-Tann-Straße künftig als Fahrradstraße ausgewiesen werden soll. Die Ausschussmitglieder waren einstimmig dafür. Allerdings müssen vor einer Umsetzung noch die Stellungnahmen der behördlichen Fachstellen eingeholt werden.

Vier Punkte sprechen nach Ansicht von Angelika Wahmke (UWG) für die Fahrradstraße: Es gelte dort bereits Tempo 30, die Schüler der Berufsschule radelten bereits auf der Straße, Autos dürften Radlfahrer weiter überholen, wenn sie den Sicherheitsabstand von 1,50 Meter einhalten, und es ergebe sich für Autofahrer nicht mehr als eine Minute Zeitverlust gegenüber den heutigen Fahrbedingungen. „Das ist zumutbar“, so Wahmke. Ihrer Meinung nach bietet sich die Von-der-Tann-Straße geradezu als Fahrradstraße an.

Nach einem Hinweis von Martina Neubauer (Grüne), wonach das vor mehr als zehn Jahren erarbeitete Radwegekonzept für Starnberg diese Verbindung schon beinhaltet habe, bestätigte Bürgermeisterin Eva John, dass im Stadtrat zwischen 2008 und 2014 bereits einmal Einigkeit bestanden habe, Radlern diese Verbindung anzubieten. Von einer „Fahrradstraße“ sei da aber nicht die Rede gewesen. Sie selbst sehe es als problematisch an, dass auch nach Ausweisung der Von-der-Tann-Straße als Fahrradstraße immer noch eine Lücke im damals wie heute geforderten durchgehenden Radweg zwischen dem Bahnhof Nord und der Maisinger Schlucht klaffe: nämlich das Teilstück der Rheinlandstraße, dass an der Post entlang verlaufe. Hier gibt es bisher keine Einigkeit, wie man weiter vorgehen will. Bis zur Ecke Rheinlandstraße/Ferdinand-Maria-Straße ist der Radweg ab dem Bahnhof Nord unter Johns Ägide hergestellt worden. Knackpunkt am fehlenden Teilstück sind wegfallende Parkplätze.

Klaus Huber (WPS) wollte wissen, wie der Rücklauf bei der Befragung der Anlieger der Von-der-Tann-Straße gewesen sei. Die UWG hatte nach eigenen Angaben alle angeschrieben. Wahmke berichtete von nur einer negativen Rückmeldung. Laut Bürgermeisterin gab es zwischen 15 und 20 Befürworter. Katja Fohrmann (CSU) ließ sich versichern, dass sich baulich an der Straße nichts ändern werde, sollte sie Fahrradstraße werden. Laut John ist nur eine neue Beschilderung nötig, und entsprechende Markierungen auf dem Asphalt am Anfang und Ende der Straße. In der Regel solle dort das Fahrrad das Hauptverkehrsmittel sein. Aber man müsse auf jeden Fall noch die Polizei beteiligen, so John. Neubauer mahnte nach der Frage von Huber, ob die autofahrenden Berufsschüler durch die Neuregelung nicht behindert werden: „Es geht nicht um den Komfort von Autofahrern, sondern um die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer.“ „Die dort vorhandenen schmalen Gehwege sprechen sehr für den Schutz der Schwächeren“, unterstützte das die Bürgermeisterin. Sie freute sich über das einstimmige Votum für die Fahrradstraße.

Das Landratsamt hatte es im vergangenen Jahr abgelehnt, dass die Stadt entlang der Hauptstraße Fahrradschutzstreifen anbringt. Ablehnungsgrund: Hohes Verkehrsaufkommen, Wegfall von Parkflächen und die nicht gegebene Kontinuität des Schutzstreifens. Die Von-der-Tann-Straße gehört bisher nicht zum Alltagsroutennetz für Radfahrer des Landkreises. Sie ist aber eine Hauptverbindung zwischen Hanfelder- und Söckinger Straße, die beide Teil des Alltagsroutennetzes sind. Außerdem verläuft sie parallel zur Hauptstraße und bietet wegen geringerer Fahrzeugzahlen und dort gemäßigterem Tempo mehr Sicherheit für Radfahrer.