Wenn auch der Stadtrat noch zustimmt, dann können in Starnberg künftig Elektro-Autos mit E-Kennzeichen auf üblicherweise kostenpflichtigen Parkplätzen umsonst parken. Dass die Höchstparkzeit eingehalten wird, muss mit dem Auslegen der Parkscheibe nachgewiesen werden. Das hat der Hauptausschuss des Stadtrates mit 8:3 Stimmen empfohlen. Die rechtliche Möglichkeit so vorzugehen, hatte der Gesetzgeber 2015 mit der Einführung des Gesetzes zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge geschaffen. Auch andere Kommunen machen bereits davon Gebrauch, zum Beispiel München, Berchtesgaden oder Bayreuth. Die Stadt Starnberg müsste, sollte der Stadtrat grünes Licht geben, ihre „Verordnung zur Änderung der Verordnung über Parkgebühren in Bereichen mit Parkscheinautomaten in der Stadt Starnberg (Parkgebührenordnung)“ ändern. In Kraft träte die neue Verordnung nach ihrer Bekanntmachung im Amtsblatt.

Klaus Rieskamp (DPF) fand es zwar gut, etwas für E-Mobilität und saubere Luft zu tun, doch man solle Anwohnern nicht die Parkplätze wegnehmen, wandte er ein, auch keinen Parksuchverkehr erzeugen. Seiner Meinung nach läuft eine solche Regelung der „Grundphilosophie des Starnberger Verkehrskonzeptes“ zuwider, nach dem eher der ÖPNV, Rad- und Fußverkehr gefördert werden sollte. Er werde dagegen stimmen, kündigte Rieskamp an. Ludwig Jägerhuber (CSU) hielt die Regelung dagegen „für einen ganz normalen Vorgang, so lange die ohnehin geltende Höchstparkdauer auch von den E-Autos nicht überschritten wird“. Michael Mignoli (BLS) wollte mit der Entscheidung lieber noch etwas warten. Seiner Ansicht nach bringt die Ersparnis der Parkgebühr keinen ausreichenden Anreiz, E-Autos zu kaufen. Außerdem sehe er Probleme, die Höchstparkdauer zu kontrollieren.